Tina´s Achatschnecken


Krankheiten, Parasiten und Helfer im Terrarium

Das Thema Krankheiten und Parasiten bei Achatschnecken birgt immer noch viele unbekannte Ursachen und Probleme. Verschiedene Krankheitsbilder sind immer noch nicht ganz erforscht und können nicht immer behandelt werden.

Es gibt einige Dinge, die unseren Achatschnecken das Leben schwer machen können, die aber bei artgerechter Haltung und einem starken Immunsystem durch vielseitige Fütterung vermieden werden können. In den folgenden Abschnitten habe ich euch einige Krankheitsbilder  und deren mögliche Behandlungen zusammengefasst.

Die Behandlungsmöglichkeiten stammen teilweise aus eigenen Erfahrungen oder auch aus Tipps von Lesern dieser Seite oder befreundeten Schneckenhaltern.

Eine Garantie auf eine erfolgreiche Behandlung kann ich verständlicher Weise nicht geben, da viele Umstände und der Zustand der kranken Tiere ausschlaggebend sind.

 


Wie erkenne ich überhaupt eine kranke Schnecke?

Eine geschwächte Achatschnecke ist nicht immer sofort erkennbar. Da die Tiere nun mal nachtaktiv sind und auch meistens nur dann fressen, bleibt oftmals unbemerkt, wenn eine Schnecke plötzlich über mehrere Tage hinweg nichts frisst.

Das alleine ist erst mal nicht schlimm. Liegt die Schnecke aber sehr zurückgezogen auf dem Bodengrund und buddelt sich nicht ein oder kriecht nicht mehr an einen Ruheplatz an einer Scheibe, sollte man schon mal das Gewicht und den Zustand des Tieres begutachten.

Schnecken nehmen schnell an Gewicht ab und 10 Gramm Verlust sind viel für eine Schnecke.

Eine kranke oder schwache Schnecke ist nicht in der Lage, selbständig zum Futter oder zum Wasser zu gelangen. Dies kann viele Gründe haben, welche weiter unten jeweils erklärt sind.

Erste Hilfe-Maßnahmen:

Das Wichtigste allerdings ist es, den Schützling wieder zum Fressen zu bewegen.

Dazu sollte man das Tier durchaus mit Wasser in Berührung bringen, da solche Schnecken auch oft zu wenig trinken und Feuchtigkeit verlieren. Dies kann ausnahmsweise mit einer lauwarmen Dusche geschehen oder mit einem Bad in einer Wasserschale.

Oftmals hilft es, ein wenig Kalk gelöst ins Wasser zu geben als Appetitanreger, viele Schnecken reagieren darauf positiv.

Wird die Schnecke aktiv und hat einige Minuten im Wasser verbracht, sollte sie direkt auf eine schöne Gurkenscheibe oder anderes saftiges Futter gesetzt werden, damit sie eventuell frisst. Die Gurke z.B. spendet viel Feuchtigkeit. Ist der Zustand schlecht, sollte dies ruhig 2 Mal am Tag gemacht werden, damit die Schnecke zu Kräften kommt.

Oft hilft es, gerade Jungtiere in eine flache, kleine Box ins Terra zu setzen, in der nur etwas gut feuchte Erde, Futter und Wasser vorhanden ist, damit sie dieses auf sehr kurzen Wegen finden kann. Durch das feuchte Klima in der Box erhält das Tier schneller Feuchtigkeit auch über den Körper.

Oft kann den Sorgenkindern damit gut geholfen werden. In der Rubrik Eingewöhnung habe ich diese Behandlungsmethode ähnlich beschrieben.

Als nächstes sollte aber herausgefunden werden, warum sich die erkrankte Schnecke in dem Zustand befindet. Sind es haltungsbedingte Gründe, Umzugsstress, Trennung von Artgenossen, Parasiten oder gar Bakterien....das sollte zur Sicherheit abgeklärt werden.

Die einzelnen Punkte sind in dieser Rubrik nacheinander aufgelistet.


Ein überbewertetes Thema!

Liebe Leser, ich werde mittlerweile oft angeschrieben, aufgrund eines Themas, dem sogenannten Ratten-Lungenwurm, der bei vielen auf Unwohlsein und sogar Panik auslöst.

Dieser Lungenwurm soll bei Schnecken, vor allem bei Wildfängen auftreten.

In vielen Foren und Gruppen sozialer Medien wird das Thema so dermaßen aufgebauscht, dass ich persönlich sogar schon Absagen von Käufern oder Stornierungen erhalten habe, weil diese so verrückt gemacht worden sind, dass dieser Wurm Kinder und Halter in Gefahr bringen kann.

Ich bitte euch, wenn ihr solche Nachrichten lest, diese auch zu hinterfragen.

Ich habe in Deutschland noch keine Achatschnecke mit diesem Wurm gesehen, bzw auch nur davon gehört.

Es gibt einen Fall, bei dem Menschen beim rohen Verzehr dieser Schnecken am Lungenwurm erkrankt sind. Und dies betrifft wie gesagt den rohen Verzehr, warum auch immer jemand auf diese Idee kommt.

Hierzulande gezüchtete Schnecken, die meist aus privater Hand kommen, sind wenn überhaupt, höchstens Träger von Nematoden, die genauso Hunde und Katzen befallen können.

Dies ist aber äußerst selten und die Erkrankung ist den Tieren oft schon äußerlich anzusehen.

Im Normalfall werden gesunde Tiere abgegeben, da kranke Tiere schnell verenden.

Ich persönlich lasse all meine Neuankömmlinge per Kotprobe im Labor testen, so dass ich sicher sein kann, weder kranke Tiere abzugeben, noch Träger von irgendwelchen Parasiten zu halten.

Da der Rattenlungenwurm noch seltener, bzw so gut wie nie vorkommt, bitt ich euch, von der Panik  Abstand zu nehmen.

Kauft eure Tiere von seriösen Haltern, dann könnt ihr auch sicher sein, dass ihr schöne und gesunde Schnecken bekommt.

Parasiten und andere Untermieter

Wenn unsere Schnecken sich nicht mehr wohl fühlen, schlecht fressen und sich zurück ziehen und körperliche Auffälligkeiten zeigen, kann es mitunter an einem Wurmbefall liegen.

Aber beachtet bitte: Nicht alle Würmer, die im Terrarium zu sehen sind, sind schädlich. Es gibt kleine Helfer, die sich automatisch in einem Feuchtterrarium vermehren, die Futterreste und Kot fressen und den Schnecken niemals schädlich werden! Es gibt harmlose Enchyträen.

 

Bevor ihr einen Befall von Würmern, bzw. Nematoden oder anderen Parasiten, oder auch Pilz vermutet, solltet ihr eine Kotprobe, bzw einen Abstrich in ein geeignetes Labor senden. Dazu unten mehr vom Labor Exomed.

Bei einem Erwerb von Wildfängen oder auch Schnecken von Händlern, Importen, Käufen von Privat usw empfiehlt es sich, die Tiere in Quarantäne zu halten, bis ein negativer Befund einer Kotprobe der neuen Tiere zurück kommt. Dann seid ihr auf der sicheren Seite, gesunde Tiere in eure Gruppen zu setzen.

 

Schädliche Nematoden, bekannt als Fadenwürmer unterschiedlichen Unterarten, befallen die Achatschnecken oftmals bei Immunschwäche und hygienischen Defiziten.

Die Würmer sind weiß und ca. 1 cm groß. Als fadenähnlich aussehende Parasiten können sie der Schnecke das Leben schwer machen und bei übermäßigem Befall sogar zum Tod führen.

 

Man erkennt meist keine Würmer auf dem Gehäuse und auch unter dem Mantelwulst auf dem Weichkörper herum kriechen meist nur harmlose Enchyträen herum, darum sollte man bei diesem Anblick nicht gleich die Nerven verlieren.

 

Bitte versucht keine Unternehmungen mit Wurmkuren ohne gesichertem Befund, dies kann euren Schnecken schaden, da die Wurmkur ohne Parasiten schlecht oder gar nicht verstoffwechselt werden kann.

 

Ich bitte euch aber darum, bei einer Vermutung von Wurmbefall erst eine Labordiagnostik durchführen zu lassen, bevor ihr die Chemiekeule einsetzt. Dabei wird eine Kotprobe beim Tierarzt abgegeben oder direkt beim Labor eingeschickt.

 

Hierzu habe ich in der Rubrik Würmer-ganz großes Thema einen Bericht zur Erkennung und Behandlung verfasst.

 

Es gibt wie gesagt neben den verschiedenen Nematoden auch einige harmlose Enchyträen. 

Kleine, durchsichtige Würmchen, die aber völlig harmlos sind.

Sie fressen lediglich Kot-, und Futterreste.

Einzig auf kranken Schnecken, die Bakterien und Sekret abgeben, werden auch Enchyträen gesehen, die sich davon ernähren.

Daher bitte nicht sofort die Nerven verlieren, wenn ihr Würmer entdeckt.

 


Veterinärlabor Exomed GmbH

https://www.tinas-achatschnecken.de/
Archachatina marginata ovum Leuzist

Im folgenden Bericht, erstellt von Malek Hallinger, dem Geschäftsführer des Veterinärlabors Exomed GmbH, wird euch genau beschrieben, welche parasitären und bakteriellen Erkrankungen Schnecken befallen können und wie dagegen vorgegangen werden kann.

Ihr habt die Möglichkeit, unter anderem Kotproben zu diesem Labor zu senden und diese bei Verdacht von Krankheiten, Parasiten oder auch zur Vorsorge untersuchen zu lassen.

 

Ich danke Malek Hallinger für die Bereitstellung seines informativen Artikels. Das Veterinärlabor ist sicher für viele Schneckenhalter eine Bereicherung, da es kaum Anlaufstellen gibt, die sich intensiv mit Krankheitsbildern dieser Kriechtiere beschäftigen. Kaum ein Tierarzt kann Infos oder Behandlungsmethoden geben. Hiermit haben nicht nur Schneckenhalter die Möglichkeit, auf schnellem Wege Gewissheit über den Gesundheitszustand ihrer Lieblinge zu erhalten. 

Wenn ihr euch für den Ablauf der Diagnostik und die Einlieferung von Proben informieren möchtet, wendet euch direkt an die Firma Exomed GmbH, dort steht euch das Laborpersonal zur Verfügung.

Die Kontaktdaten sind unter dem Artikel aufgelistet.

Ich gebe hier eine Bewertung aus persönlichen Erfahrungen ab. Wenn es um eine schnelle Diagnostik für meine Tiere geht, ist das Labor Exomed wirklich top.

Innerhalb von 2 Tagen ist der Befund online da und dabei ist die Versandzeit der Probe eingerechnet. Diese schnelle Diagnostik ist sehr wertvoll für mich und daher kann ich das Labor nur empfehlen, wenn ihr einen Verdacht auf Parasiten oder auch Pilz habt.

Auch die grundsätzliche Kontrolle von neu eingekauften Tieren in eure Gruppe empfiehlt sich sehr  gerade bei Wildfängen und auch bei privat gekauften Tieren, damit ihr sicher sein könnt, dass ihr keine Parasiten in euren Altbestand einschleust.

 

Hierzu mein Bericht und die Behandlungsmethoden bei Wurmbefall in der Rubrik Würmer-ganz großes Thema.

 

Infektiöse Erkrankungen und deren Diagnose bei Achatschnecken aus Sicht des Tierarztes

 

Autor: Malek Hallinger, Tierarzt, Zusatzbezeichnung Reptilienkrankheiten,

Geschäftsführer exomed GmbH - Veterinärlabor

Einleitung

Wirbellose Tiere (Invertebraten) spielen als Haustiere eine immer größer werdende Rolle, hiermit wächst auch für TierärztInnen der Aufgabenbereich immer weiter an und wird zur Herausforderung. Zu den Gastropoden gehören ca. 60.000 Spezies, sowohl terrestrische als auch aquatische Schnecken. Die Große Achatschnecke (Achatina fulica, syn. Lissachatina fulica) spielt als Haustier eine herausragende Rolle und wird immer populärer. Interessant ist, dass sie ursprünglich aus Ostafrika stammt, aber mittlerweile eine weitverbreitete sog. „invasive Spezies“ in Asien, Ozeanien und Amerika ist. Hier konnte Sie sich verbreiten, weil sie als Lebensmittel und als Haustier gehalten wurde. Insofern ist ein verantwortungsbewusster Umgang mit den Tieren sehr wichtig! Ein Freilassen der Tiere sorgt für ökologische, gesundheitliche und landwirtschaftliche Gefahren und sollte tunlichst unterlassen werden.

Nichtsdestotrotz soll hier ein Fokus auf die Gesunderhaltung von Achatschnecken gelegt werden. Bei Gastropoden, zu denen auch Achatschnecken gehören, sind diverse infektiöse Erkrankungen beschrieben: Unter anderem virale, mikrobiologische (Bakterien und Pilze) und - von besonders großer Bedeutung - parasitäre Erkrankungen. In der tiermedizinischen Fachliteratur werden häufig nur Gastropoden (v.a. Abalonen) behandelt, die entweder der Lebensmittelgewinnung dienen oder von wirtschaftlichem Interesse sind (Perlmuttgewinnung!).

Bakterielle Erkrankungen

Unter bakteriellen Erkrankungen kommen beispielsweise Aeromonaden vor, die bei Achatschnecken sogenannte „leucodermic lesions“, also Hautläsionen verursachen. So kann es zu Aufhellung der Epidermis in den betroffenen Bereichen kommen. Es finden sich Veränderungen häufig am Fuß oder an den Tentakeln. In extremen Fällen kann es auch zur sogenannten „Tuberkelbildung“ kommen. Jedoch fehlen zu anderen Bakterien auf diesem Gebiet, speziell zu Achatschnecken, fundierte wissenschaftliche Daten. Sicherlich lassen sich jedoch Hautveränderungen der Tiere, unserer Erfahrungen zufolge, nicht selten auf eine bakterielle Infektion zurückführen und auch gut mit Antibiotika behandeln.

Parasitäre Erkrankungen

Leider fehlen für Achatschnecken in Deutschland auch hier fundierte wissenschaftliche Daten, um eine Angabe zur Häufigkeit von parasitären Erregern zu geben. Jedoch ist aus persönlicher Erfahrung ein (teilweise dem Halter unbekannter) Befall mit Innenparasiten der Schnecken nicht selten:

Häufige Parasiten bei Achatschnecken sind die sogenannten Rhabditiden: Rhabditella axei, Rhabditis terricola, Cruznema sp. und Pristionchus entomophagus. Diese Würmer (Nematoden) sorgen bei den Tieren für erhebliche Gesundheitsrisiken und können teilweise zu klinischen Symptomen (Durchfall, Anorexie, Gewichtsverlust, Apathie, uvm.) führen.

Wichtig ist zu wissen, dass Achatschnecken als Zwischenwirte für diverse Parasiten/Würmer, die teilweise auch für den Mensch infektiös sind, fungieren können (Aelurostrongylus abstrusus, Angiostrongylus cantonensis, Angiostrongylus costaricensis, Schistosoma mansoni, Hymenolepis spp., und Fasciola hepatica). Besonders erst zu nehmen ist, dass Achtschnecken als Wirte für den auch für den Menschen gefährlichen Ratten-Lungenwurm (Angiostrongylus cantonensis) fungieren, der beim Menschen das Krankheitsbild der „eosinophilen Meningoencephalitis“ hervorruft. Diese parasitär bedingte Hirnhautentzündung wird weltweit durch Achatschnecken verbreitet und spielt zurzeit vor allem eine Rolle in Asien und Amerika. Man nennt die Erkrankung auch Angiostonyliasis: Die Larven des Rattenlungenwurms wandern nach der Infektion in Richtung Zentrales Nervensystem (Rückenmark und Gehirn) und sorgen dort für eine Entzündungsreaktion: betroffene Menschen leiden beispielsweise unter Kopfschmerzen, Nackensteifheit oder Muskelschwäche. Der natürliche Endwirt von Angiostongylus sind Nagetiere (v.a. Ratten), Mollusken (u.a. Schnecken) fungieren als Zwischenwirte. Schnecken können sich über die Aufnahme von Larven in Rattenkot infizieren, in den

Schnecken entwickelt sich dann der Parasit weiter. Leider können auch Menschen und andere

Haustiere sich durch Schmierinfektionen (z.B. durch das Essen von mit Schneckenschleim

kontaminiertes Gemüse) oder Ingestion von infizierten (ungekochten) Schnecken anstecken.

Erkrankungen, die vom Menschen auf das Tier oder umgekehrt übertragbar sind nennt man Zoonosen.

Deshalb ist es ungemein wichtig, auch Schnecken die als Haustier gehalten werden regelmäßig

parasitologisch untersuchen zu lassen, um das Tier, aber auch sich selbst zu schützen. Bei der Haltung

von Achatschnecken sollte die Hygiene großgeschrieben werden (Entsorgen von nicht-gefressenem

Futter, Tragen von Handschuhen beim Arbeiten im Terrarium, regelmäßiges Entfernen der

Exkremente, usw.), auch wenn der Rattenlungenwurm in Deutschland derzeit noch eine

untergeordnete Rolle zu spielen scheint! Berichte aus Spanien (z.B. Mallorca, Teneriffa) liegen jedoch vor. Besonders zu beachten ist, dass eine infizierte Achatschnecke tausende L3-Larven vom Rattenlungenwurm in sich tragen kann. Von vielen wissenschaftlichen Autoren wird Sie als der Hauptvektor für die weltweite Verbreitung des Rattenlungenwurms angesehen.

Wie untersucht man Achatschnecken auf Krankheitserreger

Prinzipiell können Achatschnecken gut in unserem Labor auf diverse Pathogene untersucht werden.

Für die eingesandte Probe erhalten Sie von uns einen veterinärmedizinischen Befund sowie eine

Behandlungsempfehlung: Für eine Mikrobiologische Untersuchung (Untersuchung auf Bakterien und Pilze) reicht es beispielsweise einen Abstrich-Tupfer über betroffene Läsionen zu streichen. Zu achten ist darauf, dass es sich um einen sterilen Tupfer mit Medium (sog. AIMES-Medium) handelt. Zur Untersuchung auf Endoparasiten („Innenparasiten“) kann der Kot der Tiere untersucht werden. Die Proben müssen möglichst frei sein von Beimengungen wie Bodensubstrat, Zellstoff, Watte und ähnlichem, da diese Beimengungen die Untersuchungen erschweren oder gar verfälschen können.

Die Probe sollte so frisch wie möglich zur Untersuchung gelangen.

Um ein Austrocknen der Probe zu verhindern, empfiehlt es sich, wenige Tropfen Leitungswasser zuzufügen und diese in ein „Kotröhrchen“ zu überführen. Eine Kühlung oder Ähnliches ist nicht notwendig, die Proben überstehen

problemlos 2-3 Tage in der Post. Es empfiehlt sich, die Tiere während der Vorbereitung auf den

Winterschlaf zu untersuchen (März-August), sodass eine adäquate Therapie durchgeführt werden

kann und für diese genügend Zeit bleibt. Zu den Untersuchungen auf Ektoparasiten („Außenparasiten“)

oder ausgeschiedener Würmer, usw. sollten diese möglichst von der Schnecke abgesammelt und in hochprozentigem Alkohol oder Formalin (4-7 %) konserviert werden. Diese können dann langfristig gelagert werden und auch mit der Post versandt werden.

Für Anfragen zu unserem Angebot und den Einsendemodalitäten steht Ihnen unser Laborpersonal

während der Telefonzeiten gerne zur Verfügung, sollten Sie uns nicht erreichen kontaktieren Sie uns gerne per Mail:

Montag bis Freitag: 9:00 – 14:00 Uhr; Telefon: +49 30 51067701; E-Mail:

info@exomed.de

Homepage: http://www.exomed.de/

 

Quellen:

BARRATT, J. et al. (2016). Angiostrongylus cantonensis: A review of its distribution, molecular biology and

clinical significance as a human pathogen. Parasitology, 143(9), 1087-1118. doi:10.1017/S0031182016000652

Roxanna Smolowitz In: Invertebrate Medicine. Ed: Gregory A. Lewbart. Chapter 6 Gastropods. P. 101-107

Graeff-Teixeira C, da Silva AC, Yoshimura K. Update on eosinophilic meningoencephalitis and its clinical

relevance. Clin Microbiol Rev. 2009;22(2):322–348. doi:10.1128/CMR.00044-08

Willard W. Dean, Albert R. Mead, William T. Northey,Aeromonas liquefaciens in the giant African snail,

Achatina fulica, Journal of Invertebrate Pathology,Volume 16, Issue 3,1970,Pages 346-351,ISSN 0022-

2011,https://doi.org/10.1016/0022-2011(70)90150-3.

Carlos Graeff-Teixeira, Expansion of Achatina fulica in Brazil and potential increased risk for angiostrongyliasis,

Transactions of The Royal Society of Tropical Medicine and Hygiene, Volume 101, Issue 8, August 2007, Pages

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Thiengo SC, Simões Rde O, Fernandez MA, Maldonado A Jr. Angiostrongylus cantonensis and rat lungworm

disease in Brazil. Hawaii J Med Public Health. 2013;72(6 Suppl 2):18–22.

d'Ovidio Dario, Nermut Jirí, Adami Chiara, Santoro Mario Occurrence of Rhabditid Nematodes in the Pet Giant

African Land Snails (Achatina fulica) Frontiers in Veterinary Science 6;2019;88

URL=https://www.frontiersin.org/article/10.3389/fvets.2019.00088 DOI=10.3389/fvets.2019.00088

 

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Nützliche Untermieter

Neben störenden Würmern gibt es einige gewollte und natürlich vorkommende Mitbewohner, die ihre Arbeit als Gesundheitspolizei im Terrarium übernehmen.

Durch sie werden Kot- und Futterreste beseitigt. Dies verhindert die Bildung von Pilzen, wie Schimmel und Krankheitserregern, die das Immunsystem der Achatschnecken empfindlich stören können.

 

Asseln:

Unter den nützlichen Tieren sind ganz oben Asseln angesiedelt. Asseln leben in der Erde und in totem Unterholz, welches sie dauerhaft nach Fressbarem absuchen. Als hilfreich haben sich weiße Asseln aus dem Terraristikbedarf erwiesen. Sie leben sich schnell ein und vermehren sich gut, so dass der Halter auch durchaus einen Bestand für mehrere Terrarien selber ziehen kann.

Mein Liebling der Assel für die Haltung bei Schnecken ist unter anderem die bekannte Kellerassel, die überall im Garten zu finden ist. Auch sie vertilgt durch ihre Größe von ca. 1 cm einige Futterreste und organische Abfälle. Schicke Zierasseln in verschiedenen Farben sind auch bei vielen Privathaltern erhältlich. In dieser Rubrik habe ich die kleine Auswahl von Arten und deren Haltung beschrieben.

 

Enchyträen:

Neben den Asseln vermehren sich gerne kleine Würmchen im Terrarium, die augenscheinlich aus dem Nichts auftauchen. Diese Würmer, auch Enchyträen genannt, sind nicht schädlich und ernähren sich von organischen Abfällen.

Sollte der Bestand aber Überhand nehmen,

sollte das Substrat zwischendurch gewechselt werden.

Es ist nicht gesichert, aber es ist vorgekommen, dass frisch geschlüpfte Achatschnecken Babys durch diese kleinen Würmchen befallen und von innen her aufgefressen worden sind. Dies würde zumindest einen plötzlichen Tod eines ganzen Geleges erklären, wenn ansonsten alle Parameter stimmen. 

Ich selber konnte dieses Phänomen auch leider schon beobachten und vermute, dass der Tod meiner Jungtiere durch eine plötzliche, übermäßige Vermehrung der Enchyträen kam. Leider konnte ich nicht nachvolziehen, ob es wirklich Enchyträen oder gar Nematoden waren. Auch an lang liegenden Eiern machen sich die Würmchen zu schaffen, dann kann man beobachten, dass sie kleine Löcher in die Eihülle fressen und die Eier von innen her aushöhlen.

 

Springschwänze:

Springschwänze leben auch als kleine, hüpfende Tierchen auf und im Substrat. Auch sie ernähren sich von organischen Stoffen. Die Tierchen können im Terraristikbedarf als kleine Helfer erworben werden. Sie leben sich schnell ein und verrichten sofort ihre Arbeit.

Meist kommen sie aber auch alleine aus der Erde mit ins Terrarium und vermehren sich schnell.

 

Regenwürmer: 

Kompost-, oder kleine Regenwürmer sind gern gesehen und leben im Boden , den sie durch ihre Aktivitäten auflockern und von Futterresten befreien. Allerdings muss auf übermäßige Vermehrung geachtet werden, da sie die Erde bei Überbesatz gerne zu einer schlammigen und schleimigen Masse verwandeln.

 

Milben: 

Milben leben fast automatisch in jedem Feuchtterrarium. Die Tiere siedeln sich schnell an und sind meist harmlos. Die Raubmilbe ist sogar nützlich gegen andere Milben und auch gegen die Larven der Trauerfliege.


Ungewollte Mitbewohner

Es gibt auch nicht gern gesehene Gesellen im Schneckenterrarium. Beim Sammeln von Holz, Moos und Blättern kann es natürlich vorkommen, dass schon mal ungebetene Gäste darunter sind. Neben dem Steinläufer, Tausendfüsser oder Hundertfüsser, der als räuberischer Waldbewohner auch Schnecken gefährlich werden kann, gibt es auch noch andere Lästlinge.

 

Trauermücke:

Die Trauermücke, die durch Zimmerpflanzen gerne eingeschleppt wird. Die Fliege selber ist nicht wirklich störend, aber ihre Larven, die auch räuberisch leben, können zumindest Eiern der Achatschnecken und frisch geschlüpften Babys gefährlich werden.

 

Milben:

Es gibt verschiedene Milbenarten, die wie oben schon beschrieben, nicht parasitär leben. Aber bei übermäßiger Vermehrung sollte auch hier die Komplettreinigung des Terrariums in Betracht gezogen werden, da sie die Schnecken stören, wenn sie in Massen auf ihnen herumkrabbeln.

Eine Milbenart setzt sich im Atemloch der Schnecken auf und lebt dort parasitär, aber diese ist äußerst selten. Ich kenne keinen Fall, bei dem diese Art aufgetreten ist.

 

Waldbewohner: 

Spinnen oder Käfer sind zwar nicht immer gewollt, aber harmlos für die Schnecken.

In einem meiner Becken kamen auch schon ein paar Schließmundschnecken aus dem Waldmoos zum Vorschein, diese lebten friedlich mit den Lisschatina fulica zusammen und manchmal konnte ich die kleinen, hübschen Schneckis beim Buffet der großen entdecken.

Eher unerwünscht sind schon oben genannte Füsser, die leider räuberisch leben und bei Jungschnecken Schaden anrichten können.


Andere Krankheiten bei Achatschnecken

Es gibt bei Achatschnecken einige Krankheiten, die auftreten können. Mangels der Erfolge bei der  Erforschung der Ursachen ist nicht jede Krankheit heibar. Auch Ursachen können nicht immer ermittelt werden. Es steht aber fest, dass die meisten  dieser hier aufgeführten Krankheiten bei einer guten Haltung und Fütterung ausbleiben, weil das Immunsystem der Schneckis keine Angriffsmöglichkeit bietet. Auch eine gute Auslese von gesunden Schnecken bei der Zucht ist maßgebend. 

 

Mantelkollaps:

Es kommt vor , dass sich bei Achatschnecken der Mantel vom Wachtumsrand ablöst. Warum dieser Mantelkollaps plötzlich auftritt, ist nicht immer nachvollziehbar. Oft aber ist ein zu schnelles Abziehen der Schnecke von z. B. einer Scheibe der Grund, da der Mantelwulst , der mit dem Muskel am Gehäuse verwachsen ist, sehr empfindlich auf ruckartige Bewegungen reagiert und dabei reißen kann. Auch Schnecken, die am Deckel eines Terras hängen , können durch Muskelschwäche einen Mantelkollaps erleiden, da das Gewicht des Hauses sehr groß ist. Es kommt sogar vor, dass Schnecken sich ganz vom Gehäuse lösen und dieses verlieren.

Pilzerkrankungen, saure Erde, Mangelerscheinungen und Wachstumsstörungen sollen auch zu der Ablösung kommen.

Allgemein müssen solche Tiere oftmals von ihrem Leid erlöst werden. Liegt aber eine nur leichte Ablösung vor, kann es sein, dass es der Schnecke gelingt, sich selbst zu heilen. Eine Schnecke mit andauernder Ablösung überlebt aber auf Dauer nicht. Eine Heilungs -, oder Behandlungsmöglichkeit ist nicht bekannt, außer der Schnecke durch die Unterbringung in einer flachen Box das Hochkriechen an Gegenständen zu untersagen, um eine Heilung zu fördern.

Gelingt dies nicht, sind es meistens zusätzlich eindringende Bakterien, die zu einer tödlichen Infektion führen.

 

Eingeweidevorfall:

Wenn man plötzlich eine Schnecke vorfindet, der vor dem Mund eine weißliche Blase mit Flüssigkeit heraushängt, hat diese leider einen Vorfall der Innereien erlitten. Manchmal zieht sich die Blase auch wieder zurück, aber oft wiederholt sich der Vorfall, so dass die Schnecke nicht mehr lebensfähig ist. Diese Tiere sollten ihnen zuliebe dann erlöst werden. Auch hier ist eine Heilung nicht immer möglich. Die Herkunft dieser Krankheit ist unbekannt und nicht weiter erforscht.

Durch den netten Hinweis einer Leserin habe ich den Tipp erhalten, die Blase mit einem minimalen Stich einer Nadel zu öffnen, so dass die Flüssigkeit abfließen und die Blase sich zurückbilden kann. Da ich diese Methode nun tatsächlich einmal selber anwenden konnte, bin ich nun überzeugt, dass dies wirklich hilft. In meinem Fall hat sich die Blase zurück gezogen und nach einer Erholung über Nacht war die Schnecke am anderen Abend wieder aktiv.

Wenn ihr also den Mut habt, diese Methode anzuwenden, könnt ihr eurer Schnecki durchaus Linderung verschaffen, da sich diese unter Druck stehenden Blasen nicht immer von selber wieder zurückziehen können. Der Druck im Maul des Tieres erhöht sich immer weiter.

Die Öffnung der Blase durch eine Nadel oder ein Skalpell sollte minimal sein, um eine Infektion mit Bakterien zu vermeiden.

Ich danke nochmals für den Tipp.

Dies ist natürlich keine Garantie auf Heilung, aber ein Versuch ists wert. Dieser Tipp wird auf eigene Gefahr angewendet. Ich kann keine Garantie auf Erfolg bei dieser Methode geben. Falsche Anwendungen oder Verletzungen der Tiere obliegen dem Halter der Schnecken.

 

Schnittwunden und andere Verletzungen:

Achatschnecken sind durch ihre Schleim-Schutzschicht sehr gut gegen äußere Einflüsse gefeilt. Aber auch sie können sich schon mal Schnittwunden oder andere Verletzungen zuziehen. Ihr könnt euren Patienten dann aber helfen, indem ihr sie in einem Sud aus Seemandelbaumblättern in einer Schale badet. Auch Thymianbäder oder das Einpinseln mit Propolis können helfen.

 

Diese Anwendungen schützen die natürliche Schleimschicht der Schnecke, können Bakterien und Pilze vernichten und der Infektion von Wunden vorbeugen.

Die z.B. leicht desinfizierende Wirkung der Gerbstoffe von Seemandelbaumblättern fördert die Schließung der Wunden.

Wie ihr den Sud aus den Blättern herstellt und was man noch alles aus den nützlichen Blättern machen kann, erkläre ich euch in der Rubrik Seemandelbaumblätter.

 

Alternativ könnt ihr auch Kamillenbäder machen, aber achtet unbedingt darauf, dass euer Patient danach mit klarem Wasser abgespült wird, da der Wirkstoff der Kamille stark austrocknend ist und der Schnecke sonst schadet.

Solltet ihr einzelne Blätter des Seemandelbaumes benötigen, kann ich diese auch gerne zusenden.

Schwäche nach Eiablage oder Legenot:

Vorweg ist zu sagen, dass eine Legenot meist nur dann auftritt, wenn eine nicht artgerechte Haltung mit geeignetem Bodengrund vorliegt.

Eine Legenot, also das Verhindern der Eiablage tritt dann auf, wenn Schnecken keinen geeigneten Ablageplatz für ihre Eier finden. Die Eier werden immer länger im Körper aufgehalten auf der Suche nach einem Ablageplatz. Es gibt Schnecken, die legen ihre Eier dann einfach auf dem Boden irgendwo ab. Andere allerdings bekommen Probleme, wenn sie diese nicht ablegen können. Oft passiert das bei Haltungen, in denen der Pfleger einfach keine Erde als Bodengrund nutzt, oder der Bodengrund zu trocken und zu hart ist, indem sich die Schnecke nicht eingraben kann. Auch bei Mangelerscheinungen kann dies passieren.

Wenn die Schnecke die Eier zu lange in sich behält, können diese zu hart werden zum Legen und die Tiere sterben an der Menge, die sie nicht loswerden, ähnlich wie es bei Reptilien passieren kann. Aber wie gesagt passiert dies sehr selten und ist nur bei äußerst ungünstigen Umständen der Fall.

Auf der anderen Seite gibt es Schnecken, die nach der gelungenen Eiablage sehr schwach sind, vor allem ältere Tiere sind davon betroffen.

Ihnen kann man aufhelfen, indem man sie regelmäßig aufs Futter und ins Wasser setzt, damit sie nicht so viel Energie verbrauchen, um Futter aufnehmen zu können.

Diesen Vorgang habe ich ganz oben beschrieben.

Sorgenkinder:

Fast jeder erfahrene Halter kennt das Problem. Ein privater Besitzer einiger Schnecken meldet sich und möchte die Tiere abgeben. Eigentlich kein Problem. Auch ich habe in der Vergangenheit ab und zu nicht mehr gewollte Schneckis aufgenommen.

Leider kommt es dann immer wieder so: Man öffnet ein Paket, und zum Vorschein kommt ein Zwergwuchs, eine Schnecke mit viel zu dünnem Gehäuse oder gar Brüchen oder Dellen im Haus. Dann weiß man - "Ok,das wird jetzt nicht so, wie gedacht..."

 

Leider kommt es immer wieder durch Unwissenheit oder durch falsche Beratung zu Fehlkäufen schon geschädigter Schnecken oder zu Fehlhaltungen über Jahre hinweg. Vor allem häufen sich auch Briefe von Haltern, die wohl Schnecken, meist Lissachatina fulica in einem Zoohandel gekauft haben. Diese sind oft in einem grottenschlechten Zustand. Oft unterernährt und mit großen Schäden an ihren Häusern. Oft werden diese Käufe wie so oft, aus Mitleid getätigt.

 

Da Achatschnecken auf ihr Gehäuse angewiesen sind und dieses leider nur langsam im Alter wächst, dauert eine Pflege kranker oder unterernährter Patienten oftmals sehr lange.

Man sollte auch damit rechnen, dass es Tiere gibt, die diese Mangelerscheinungen oder Fehlbildungen und Verletzungen auf die Dauer nicht überstehen. Das heißt aber nicht, dass ihr euch dann Vorwürfe machen müsst.

Diese Schnecken wären trotzdem an den Folgen eingegangen, ohne eure Hilfe vielleicht sogar schon früher.

 

Was also tun , wenn man solche Schnecken übernommen hat?

Als erstes sollten die Neuankömmlinge in einem Quarantäne - Becken oder in einer Box auf feuchtem Küchenpapier gehalten werden. So könnt ihr beobachten, wenn die Tiere Kot absetzen. Der Kot sagt viel darüber aus, ob die Schnecken Parasiten haben. Auch auf der Schnecke selber können z. b. Würmer als blinde Passagiere mit gekommen sein.

Auch hier kann ich nur wieder deutlich machen, dass eine Kotprobe im Labor schnell Aufschluss gibt und ihr eure Tiere gegebenenfalls behandeln könnt.

Zudem solltet ihr die neuen Pfleglinge zur Sicherheit eurer eigenen Schnecken nie direkt in euer Terrarium setzten, weil Parasiten und Krankheiten in Windeseile überspringen können. Daher bitte immer die Quarantänezeit bis zum Befund abwarten.

 

Wenn das Übergangszuhause eingerichtet ist, was keine Deko enthalten sollte, könnt ihr den geschwächten Schleimern sofort  Nahrung, wie Gurke, Tomate, Salat und vieles mehr anbieten, da es oft vorkommt, dass die Schnecken dehydriert sind.

Archachatina Arten gehen oftmals nicht an Gurke, die meisten mögen sie nicht besonders. Hier kann man mit Süßkartoffel, Stangenbohne, Kürbis usw. versuchen, die Tiere aufzupäppeln.

Dazu bitte sofort Sepiaschalen anbieten.

Zusätzlich kann man ganz minimale Mengen an Futterkalk, gelöst in einer Badeschale voll Wasser anbieten. Ich habe es oft erlebt, dass die Tiere erst mal tagelang im Kalkwasser gesessen und Sepiaschalen geräumt haben, da ein Mangel und hochgradige Dehydrierung vorlagen. Gerade Achatschnecken, die ein sehr dünn gewachsenes Haus haben, haben einen großen Nachholbedarf.

Weitere, spezielle Krankheitsbilder werden weiter unten dazu erklärt.

 

Dehydrierung:

Schnecken, die zu trocken gehalten wurden, haben meist einen gekräuselten und trockenen Fuß. Bei albinotischen Körpern kann man dabei eine gelbliche Verfärbung erkennen. Dazu ist zu ergänzen, dass eine Gelbfärbung bei Albinos aber auch von salzhaltiger Nahrung kommen kann, z.B. wenn man salzhaltige Sepiaschale verfüttert. Auch karotinhaltige Nahrung, wie Möhren oder Paprika kann eine Verfärbung von Albinos hervorrufen, die ist völlig harmlos.

 

Dehydrierte Achatschnecken ziehen sich in ihr Gehäuse zurück, fressen kaum noch oder gar nicht. Dauert der Prozess zu lange, magert die Schnecke ab und stirbt . Gerettete Tiere gehen oft noch nach Wochen ein, da die Organe zu sehr geschädigt wurden.

Ersthilfe ist natürlich, die Tiere in eine flache Schale mit Wasser zu setzen. Oftmals hilft die Zugabe von einigen Krümeln Traubenzucker oder Futterkalk, um das Tier zum Trinken zu animieren.

Bei sehr geschwächten Tieren ist aber dringend zu beachten, dass sie sich meist nicht bewegen in der Schale. Wenn der Wasserstand dann zu hoch ist, bekommen sie keine Luft mehr , da das Atemloch unter dem Gehäuse neben dem Mantelwulst liegt. Legt die Schnecke auch nicht auf den Rücken und schüttet bitte kein Wasser in die Gehäuseöffnung. Auch dies kann zur Erstickung führen.

Die Tiere nehmen in der Schale sitzend trotzdem Feuchtigkeit über den Körper, bzw. über die Schleimhaut auf, auch wenn sie nichts trinken.

Bei erfolgreicher Behandlung sollte dieser Vorgang täglich für mindestens 20 Minuten in lauwarmen Wasser wiederholt werden, damit die geschwächte Schnecke keine langen Wege zum Wasser zurücklegen muss und gestärkt wird. Gleichzeitig darf der Schnecke gerne wasserhaltige Nahrung, wie Gurke angeboten werden, sofern sie diese frisst.

 

Um den Erfolg zu steigern, kann das geschwächte Tier in einer flachen Box nur in nassem Moos und Futter gehalten werden. Somit werden der Schnecke unnötige Wege zum Futter erspart, sie kann so Energie sparen und das nasse Moos versorgt das Tier den ganzen Tag über mit Feuchtigkeit. Ein zusätzlicher Wassernapf ist dann nicht erforderlich, da das Moos auch Nässe zum Trinken speichert. Die Box kann im Terrarium mit geeigneten Temperaturen der Art entsprechend stehen bleiben, bis die Schnecke sich erholt hat.

 

Unterkühlung:

Da immer wieder der Begriff - Haltung bei Zimmertemperatur - fällt, findet der Halter seine Schnecken nicht selten plötzlich am Boden liegend vor, zurück gezogen, selten fressend.

 

Die Haltungsbedingungen werden euch in der Rubrik Temperatur und Luftfeuchtigkeit erklärt.

Leider sind Annahmen, gerade die Lissachatina fulica bei Zimmertemperatur halten zu können, weit verbreitet und dies bereitet immer wieder Probleme.

Gerade im Winter, wenn auch im Zimmer selber die Temperaturen abfallen, sinken diese nicht selten nachts bis unter 17 Grad und tagsüber gehen sie nicht über 20 Grad hinaus.

Oft kontrolliert der Halter diese Parameter nicht.

Für die Schnecken allerdings sind diese Bedingungen nicht lebenswert. Durch die niedrige Temperatur fährt der gesamte Stoffwechsel der Tiere herunter, sie fressen erst weniger, dann gar nichts mehr. Sie vergraben sich oder liegen einfach nur noch herum, tief in ihr Haus eingezogen. 

Jungtiere wachsen unzureichend, oft mit Gehäuseschäden und unschönen Rillen oder Dellen.

 

Dauert dieser Zustand zu lange an, versterben die Achatschnecken innerhalb kürzester Zeit.

Leider ist es ein Irrtum zu denken, dass die Tiere sich zurück ziehen, weil sie ihre Winterruhe durchleben. Der Winter dieser Schnecken ist in ihrer Heimat mit großer Hitze und Trockenheit verbunden, daher ist eine niedrige Temperatur sehr gefährlich für die Afrikaner.

Daher sollte zum Schutz der jeweiligen Arten immer eine Wärmequelle mit automatischer Steuerung im Terrarium angebracht werden.

 

Mangelerscheinungen:

Bei Schnecken mit Mangel an Mineralien und anderen benötigten Stoffen ist oft eine Gewichtsabnahme zu beobachten. Die Tiere sind im Gegensatz zur Größe des Hauses sehr leicht und der Körper sehr klein. Das Gehäuse selber ist oft auch sehr dünn gebaut, weist Wellen und Wulste im Wachstumsrand auf.

Oft werden kleine Schnecken von größeren angefressen, wenn diese zusammen in einem Terrarium leben. Dieser Kannibalismus tritt nur bei extremen Mangelerscheinungen von Kalk und Mineralien auf. Die Tiere versuchen mit dem Gehäuse anderer Schnecken ihre Defizite auszugleichen.

Um Mangelerscheinungen allmählich zu beseitigen hilft es, der Schnecke direkt Futterkalk, gelöst im Badewasser und genügend Sepiaschalen anzubieten. Dabei ist darauf zu achten, dass der Futterkalk niemals konzentriert oder trocken zugeführt wird. Mehr dazu beim Thema Fütterung.

 

Fischfutter, Gammaruskrebse und Spirulina helfen auch oft, Eiweiße, Spurenelemente und Proteine zu ergänzen.

Als Geheimtipp verwenden mittlerweile viele Halter Heilerde, gelöst im Badewasser, worauf sich auch Schnecken mit Vergiftungserscheinungen gerne stürzen.

 

Auf der Seite Fütterung ist alles nötige zum Gebrauch von Mineralien und Kalke erklärt.

Futterkalk kann ich auch gerne in kleinen Mengen zum Selbstkostenpreis abgeben.

In Zusammenstellung mit abwechslungsreicher Kost aus Obst und Gemüse sollte es möglich sein, der Schnecke zu helfen. Wenn sie anfängt zuzunehmen, ist schon viel gewonnen. Die Gewichtskontrolle könnt ihr mittels Küchenwaage und Tagebuch gut dokumentieren.


tinas-achatschnecken.de
Achatina fulica White Jade mit hochgradigen Mangelerscheinungen

Hier und weiter unten sind ein paar sehr extreme Beispiele für eine nicht schneckengerechte Haltung, bei der die Tiere unter hochgradigem Mangel an Kalk und Nährstoffen leiden mussten.

Ich danke hierbei der Annette, die mir diese Bilder freundlicherweise als abschreckendes Beispiel zur Verfügung gestellt hat. Sie hat sich dazu bereit erklärt, diese armen Schneckis aus einer schlimmen Haltung aufzunehmen und aufzupäppeln.

Die jungen Lissachatina fulica haben teilweise Gehäuseschichten, die aufreißen wie Blätterteig.

Auch abgebrochene und abgefressene Gehäusespitzen müssen die Schnecken ertragen, da ihre Artgenossen durch einen Kalkmangel jede erdenkliche Kalkquelle gesucht und angeknabbert haben. Die Wachstumsränder sind ewig papierdünn und blättern einfach ab.

Dies ist absolute Quälerei und zeigt wieder, was passiert, wenn man diese Schnecken nicht artgerecht ernährt und ihnen jegliche Aufnahme von kalkhaltigen Nährstoffen verwehrt.

Ob dabei auch eventuell ein Pilz oder Bakterien mit im Spiel sind, ist zu dem Zeitpunkt noch unbekannt. Auch nicht aufgekalkte Erde lässt die Häuschen so aussehen, aufgrund des säurehaltigen Bodens, der die Gehäuse angreift.

Obwohl die kleinen Schnecken so dermaßen angegriffen sind, sind sie erstaunlich agil. Sie fressen und streifen umher, begeistern sich für alles Fressbare. Vor allem Kalk und Sepiaschalen werden in Massen vertilgt, so wie ich es anfangs oben schon beschrieben hatte. Die Tiere wissen genau, was sie brauchen und versuchen nun, ihren Mangel selber auszugleichen.

Die kleinen sind für ihr Alter auch sehr zurückgeblieben. Die Schnecken sind mit ihrer Größe fast ausgefärbt, was auf ein extrem langsames Wachstum schließen lässt. 

Daher nochmals meine Bitte - dieser vorherige Halter war mit der Pflege der Schnecken völlig überfordert und da die Fulicas sich zudem unkontrolliert vermehrt haben, wurde die Haltung in dem Maß immer schwieriger. Lasst eure Schnecken nicht unkontrolliert Gelege vergraben und vor allem nicht schlüpfen.

Wenn ihr die Schnecken nicht "loswerdet" und es immer mehr werden, ist eine artgerechte Haltung irgendwann nicht mehr möglich.

Annette wird sich liebevoll um die Sorgenkinder kümmern und freut sich schon jetzt, dass sich die schlauen Kriecher so tapfer schlagen und sich langsam erholen.

Die Häuschen werden nie wieder richtig schön, aber über ein paar Schönheitsfehler kann man hinweg sehen, wenn man sieht, wie sich diese Geschöpfe dankend erholen und trotzdem ab sofort noch ein schönes Schneckenleben haben.

Auf den nächsten Bildern hierunter sind die selben Tiere einige Monate später zu sehen. Die Gehäuse haben sich Dank der intensiven Pflege und artgerechten Fütterung mit Kalk und allerlei Obst und Gemüse deutlich verbessert. Man sieht genau den Abschnitt, ab dem sich das Gehäuse neu aufbauen konnte. Der "Blätterteig" ist verschwunden und verwachsen. Da die Schnecken noch jünger waren, sind die Chancen sehr gut, dass sie diese anfängliche Qual hinter sich lassen können und wie normale Schnecken leben dürfen mit einem doch noch ganz ansehnlichem Häuschen.


Vergiftungen:

Es kommt immer wieder vor, dass Achatschnecken eine Pflanze anfressen, die eigentlich nicht ins Terrarium gehört. Aus Unwissenheit werden schön aussehende Farne und Nachtschattengewächse im Terrarium eingesetzt. Normalerweise erkennen Schnecken schnell, welche Pflanze fressbar ist und welche nicht. Aber alleine die Berührung durch die Weichkörper auf einigen Pflanzen kann zum Anschwellen des Fußes führen . Das Fressen solcher Pflanzen schädigt natürlich den ganzen Organismus der Schnecke.

Auch die unterschätzte Gefahr von mit Medikamenten besetzte Silikonnähte von gebrauchten Aquarien ist oft sehr groß.

Aquarien, die für Fische nicht mehr gebraucht werden, leer rum stehen, werden leider oft als Schneckenterrarium umgebaut. Was aber oft vergessen wird, ist, dass jeder Fischhalter mindestens einmal oder sogar öfter mal seine Fische wegen Flossenfäule, Pilz oder sonstigen Krankheiten behandeln musste. Dementsprechend werden Medikamente eingesetzt, die meistens in hoher Dosierung Kupfersulfat enthalten. Neben anderen Mitteln, wie Malachitgrün setzt sich Kupfer überall ab, vor allem in Silikonnähten.

Wer schon mal Aquarien mit weißen Silikonnähten besessen hat weiß, dass diese nach der Behandlung der Fische blau oder grünlich verfärbt sind. Dies ist nicht nur Malachit, sondern auch alle anderen Inhaltsstoffe haben sich dort abgesetzt.

Dementsprechend kann die Schnecke beim herumkriechen die giftigen Stoffe aufnehmen. Dazu reicht die reine Berührung des Körpers mit dem Kupfersulfat, auch in geringen Mengen.

Hier ist eine Soforthilfe mit Fütterung von Heilerde sehr hilfreich.

Die Erde bindet Schadstoffe und Giftstoffe im Körper und schleust sie aus. Auch in der Humanmedizin ist Heilerde für viele Varianten der Behandlung bekannt. Als entgiftende Erde ist sie unersetzbar.

Auch Bentonit, als Zeolith in der Aquaristik bekannt, bindet als Pulver hervorragend allerlei Giftstoffe .

Beides ist im Humanbereich in Drogeriemärkten und bei renommierten Internetshops erhältlich.

Bei geschwollenen Körpern kann man die Schnecken auch hier in einem Sud der Seemandelbaumblätter baden. Zusätzlich hilft es den Tieren von innen, wenn sie den Sud trinken.

 

 

Pilze und Bakterien:

Lissachatina fulica und auch andere Achatschneckenarten weisen vereinzelt ein völlig deformiertes und sichtlich gesplittertes Gehäuse vor, welches aussieht, wie Blätterteig. Dabei ist es teilweise auch sehr weich und durchsichtig. Die Schnecke versucht vergeblich, einen Wachstumsrand zu bilden.

Die Ausnahme, bei der Rillen und Abblätterungen im Alter oft normal sind, ist die Achatina reticulata. Diese Gattung hat im Alter ein grobes, mit Rillen versehenes Haus, auf dessen Oberfläche auch schon mal kleine, dünne Platten abfallen können.

 

Die Gehäusefarbe einer kranken Schnecke ist gelblich bis weiß an diesen Stellen, wo Pilz entstanden ist und auch teilweise sehr weich. Dann ist es möglich, dass es sich hier um eine Pilzinfektion oder einen bakteriellen Befall des Hauses handelt.

Ich habe große Erfolge darin, diese befallenen Schnecken mit Seemandelbaum Sud zu baden.

Als hochdosierter Sud, mit dem man die Schnecke nass abwäscht, besitzt er eine hochwirksame Wirkung gegen Pilze und Bakterien.

Auch der Einsatz von Propolis oder Thymian hat Erfolge gebracht.

Um allerdings sicher zu gehen, um welchen Pilz es sich handelt, empfiehlt es sich, eine Probe in ein Labor einzusenden. Dann kann die Behandlung beim dementsprechenden Befund sogar mit einer bestimmten Pilzsalbe durchgeführt werden.

Da ein Schneckenhaus langsam heilt, ist eine Krankheit vom selbigen eine lang zu behandelnde Sache, die viel Geduld vom Halter fordert. Je nach Zustand der Schnecke kann es auch nur einige Tage dauern.

Eine Anleitung zur Nutzung der unterstützenden Blätter findet ihr in der Rubrik Seemandelbaumblätter.

Es gibt allerdings auch Pilze und Bakterien, die auch den Körper der Schnecke befallen können. Eine Behandlung mit Seemandelbaumsud ist zwar auch hier eventuell hilfreich, aber wie auch bei allen anderen parasitären oder bakteriellen Erkrankungen sollte es vorgezogen werden, Abstriche zu machen und diese zur Diagnostik in ein Labor zu schicken, um eine richtige Behandlung gewährleisten zu können.

Hierzu steht weiter oben der ausführliche Artikel von Malek Hallinger, der sich intensiv mit den Krankheitsbildern von Schnecken beschäftigt und im Exomed Veterinärlabor dementsprechende Untersuchungen durchführen kann.

Die Kontaktdaten findet ihr unter seinem Bericht.

 

 

Zwergwuchs:

Hin und wieder kommt es vor, dass sich eine einzelne Achatschnecke aus dem selben Gelege nicht so entwickelt, wie es üblich ist. Sie bleibt klein, hängt den anderen um einiges hinterher im Wachstum. Normalerweise sollten solche Schnecken bei der Zucht aus selektiert werden.

Ich habe vor einiger Zeit eine solche Schnecke als Abgabetier aufgenommen. Sie war zu dem Zeitpunkt ca 2 Jahre alt und lebte zwar wie alle anderen, war munter und fraß normal. Leider erlitt sie einen Mantelkollaps, bedingt durch mangelhaftes Wachstum des Hauses. Der Körper wollte wachsen, aber durch Stoffwechselprobleme, die das Tier von Anfang an hatte, konnte das Haus nicht mitwachsen. Sie wuchs quasi aus ihrem Haus heraus.

 Leider kommt das immer wieder vor. Zwergwüchse oder nicht schön gewachsene Tiere sollten auch dem neuen Halter zuliebe nicht in den Umlauf kommen, da es, wenn sie überhaupt länger leben, ewige Pflegefälle bleiben.

Meist entwickeln sie schon als Babys krumme, unschöne Häuser und wachsen einfach nicht.

Oft stellen sie schon mit geringer Größe den Stoffwechsel ein, fressen nicht mehr, graben sich ein und beim aufs Futter setzen möchten sie einfach nur von dort flüchten. Dies sind genaue Anzeichen dafür, dass diese Babys in der Natur  nicht lebensfähig sind.

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Beides Achatina fulica rodatzii. Die kleine ist ein Zwergwuchs, ca. 2 Jahre alt. Daneben eine 8 Monate alte Schnecke,die jetzt schon deutlich größer ist.

Vergiftung durch CO2:

Wie schon in der Haltung - Terrarium erwähnt, kommt es nicht selten zum inaktiven Verhalten, bis hin zum Sterben von Schnecken durch eine CO2 Vergiftung.

Dies wird meist durch die mangelnde oder gar nicht vorhandene Belüftung des Beckens hervorgerufen. Oft sind davon Aquarien betroffen, die keinerlei Entlüftung in Bodennähe haben.

Die Eigenschaften von ausgeatmeten Gasen der Schnecken werden ihnen so zum Verhängnis, da sich das Gas Kohlendioxid am Boden absinken lässt, weil es schwerer als andere Gase, wie z. B. Sauerstoff ist.

Wird das Gas in Unmengen abgelagert im Becken, und klettern die Schnecken zum Boden herunter, werden sie schnell unbemerkt vom CO2 überrascht und schlafen ein.

Oft sieht man dies daran, dass die Tiere einfach liegen bleiben, oft mit der Gehäuseöffnung nach oben. Sie ziehen sich weit in ihr Haus zurück, ähnliches Verhalten sieht man bei Dehydrierungen.

Wenn der Pfleger das Aquarium aufmacht und Arbeiten im Becken verrichtet, wachen die Schnecken oft sofort auf, kriechen ein wenig umher, aber schon bald liegen sie wieder da, sobald das Aquarium wieder zu ist. Dies wiederholt sich, bis die Tiere geschwächt sterben, weil sie auch nichts mehr fressen. Oder sie schläfern sich quasi selber durch ihre ausgeschiedenen Gase ein.

 

Aus diesem Grunde halte ich meine Achatschnecken ausschließlich in belüfteten Terrarien aus Glas. Die Belüftung oben sollte komplett geschlossen sein. Luftfeuchtigkeit und Wärme werden meist sogar zu schnell aus dem Terra ausgeschleust, weil diese nach oben steigen. Bei Becken, die oben offen sind, wie es meistens bei solchen Gitterabdeckungen der Fall ist, lösen sich Wärme und Feuchtigkeit einfach in Luft auf. 

Die Folge davon ist, dass die Heizung laufend heizt, die Luft zu trocken wird und das Klima unerträglich für die Schnecken wird. Daher bitte das obere Luftgitter komplett abkleben, am Besten mit Gewebeband.

Die untere, bodennahe Entlüftung ist um so wichtiger. Hier klebe ich nichts ab. Absinkende Gase können so ungehindert abfließen, und die Schnecken haben immer frische Luft in ihrem Lebensraum. 

Man muss sich nur ein wenig mit den Gasen und Gegebenheiten in einem Terrarium beschäftigen, dann fühlen sich die Bewohner sehr wohl.


Gehäuseschäden

Wie schon beschrieben kann man den Tieren mit Schäden am Gehäuse mit der Gabe von Sepia, Kalk und Zusätzen helfen, die Verletzungen selber schneller zu heilen.

Es entstehen aber auch Hausverletzungen, die nicht ohne weiteres von der Schnecke repariert werden können.

Bei einer Delle , die durch das Herunterfallen auf einen Gegenstand entstanden ist, ist die Schnecke meist selber im Stande, diese zu reparieren.

Fällt die Schnecke aber so unglücklich, dass das Innere des Tieres durch ein Loch im Häuschen zu sehen ist, muss man ihr auf jeden Fall helfen.

Reinigt die Stelle vorsichtig von Dreck und Erde. Jetzt hat man die Möglichkeit, die Bruchstelle mit einem Stück abgekochter Eierschale oder sogar einem gereinigten Stück eines Hauses einer toten Schnecke abzudecken und dieses mit Leukoplast oder Pflaster zu verkleben.

Die Schnecke wird das Stück Schale oder Haus mit dem bestehenden Häuschen verbinden.

Natürlich dauert das einige Zeit und das Schneckenhaus wird nie mehr so aussehen wie früher. Der Wulst auf dem Hausimplantat wird immer bleiben und die Farbe des restlichen Hauses wird vom Implantat nicht angenommen.

 

Wenn eine Gehäusespitze abbricht, kann man diese mit Leukoplast verbinden, aber es ist trotz des Verbandes möglich, dass die Schnecke daran sterben kann, da sich dort je nach Tiefe der Bruchstelle auch Bakterien ansiedeln können.

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Eine wildfarbene Achatina fulica, die mir von privat geschickt wurde als Abgabetier mit einem sehr dünnen Gehäuse, welches eine tiefe Delle hatte bei der Ankunft.
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Transportschaden bei Achatina iredalei sansibar

Hier sind 2 kleine Schnecken mit zerstörtem Wachstumsrand zu sehen. Diese Verletzungen des Hauses sehen aber schlimmer aus, als sie sind. Die Tiere werden diese Schäden innerhalb weniger Tage reparieren.

Hier der Werdegang der beiden Schnecken über 4 Tage. In dieser Zeit haben beide die Schäden sehr gut repariert.


Die Regenbogenbrücke

Jeder Halter von Haustieren wird die Situation erleben, einem Tier Leid oder Schmerzen zu ersparen. Auch der Pfleger von Achatschnecken erlebt diesen Zeitpunkt. Bei der Rubrik Zucht wurde das Thema der Erlösung von Schnecken schon angeschnitten.

Wenn ihr Achatschnecken, egal welcher Art pflegen möchtet, werdet ihr schon das erste Mal mit dem Gedanken konfrontiert, wenn ihr die ersten ungewollten Eier und auch geschlüpfte Gelege absammelt und einfrieren müsst. Das hört sich alles sehr negativ an, aber warum dies sein muss, wurde in der Rubrik Zucht ausreichend erklärt (Vermehrung). Ein Überbesatz ist auf jeden Fall somit zu vermeiden.

Bitte vermeidet, durch Mitleid Eier oder geschlüpfte Babys nicht zu frosten. Dies zieht einen Rattenschwanz mit sich. Die meisten werden dieser Flut von Schnecken nicht mehr Herr und ich bekomme tatsächlich regelmäßig Anfragen, ob ich nicht bis zu 70 Schnecken eben mal so aufnehmen oder vermitteln könnte.

Da muss ich leider sagen, dass die Schneckenhaltung völlig daneben geht. Weder ich, noch sonst jemand kann solch eine Menge aufnehmen. Es sei denn, es werden Futtertiere gebraucht.

In dem Fall kann ich nur noch empfehlen, die Tiere zu frosten.

Diese Art der Vermehrung ist einfach unverantwortlich, auch gerade den Tieren gegenüber, da die Lebensqualität der Tiere sehr darunter leiden muss, wenn die Schnecken quasi im Terrarium gestapelt werden.

 

Wenn eine Achatschnecke krank wird oder sich unheilbar verletzt , kann es dazu kommen, dass ihr weitere Schmerzen erspart werden sollten und sie erlöst werden muss. Dazu ist nochmal zu sagen, dass jeder Halter natürlich versucht, seinem Tier zu helfen und vermeiden möchte, diese Entscheidung zu treffen. Das ist auch völlig in Ordnung. Sollte man es schaffen, dass Tier von einer Krankheit zu heilen oder anderweitig gesund zu pflegen, ist das ein toller Erfolg und dann weiß man, dass sich der meist lange Einsatz auch gelohnt hat.

Aber wenn es nun nicht klappt und das betroffene Tier stetig abnimmt, gar nichts mehr frisst und später nur noch weit zurück gezogen im Haus liegt, muss man die realistische Seite der Medaille sehen.

Das Tier sollte dann in ein Gefrierfach gelegt werden.

Ich persönlich lege diese Tiere dann zuerst in einer Dose einige Stunden in den Kühlschrank.

Die kranke Schnecke wird die Organfunktionen herunter fahren und einschlafen.

Danach stelle ich sie sofort ins Gefrierfach. Die Schnecke wird dann in den Tiefschlaf verfallen und nicht mehr aufwachen. Ich lasse sie zwischen 24 bis 36 Stunden dort, bevor ich sie herausnehme.

Auch wenn dies grausam wirkt, sollte sich jeder Halter dieser Tatsache bewusst sein. Solche Dinge kommen leider vor.

Es gibt leider keine Möglichkeit, eine Schnecke, wie z. b. Hund oder Katze auf dem normalen Wege einzuschläfern.

Bitte seht auch von brachialen Vorgehensweisen, wie eine Schnecke mit einem Stein zu erschlagen ab. Auch dies ist schon vorgekommen und die Tiere sind mit Gewissheit dann nicht sofort tot. Und ich denke, das Bild kann man jedem ersparen!

Der sogenannte "Eisschlaf" ist die beste Methode, eine Schnecke vom Leid zu erlösen.