Tina´s Achatschnecken


Die Zucht von Achatschnecken

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Als absolut soziale und gesellige Tiere, die unbedingt in einer Gruppe oder aber mindestens zu zweit gepflegt werden sollten, kann man die sozialen Aktivitäten der Achatschnecken jeden Tag gut beobachten.
Alle Arten fressen gemeinsam, putzen sich gegenseitig und suchen sich regelmäßig im Terrarium auf. Einmal gefunden, begrüßen sie sich und tasten sich gegenseitig ab.
Ich kann auch regelmäßig beobachten, dass sich immer wieder die selben Tiere zur Paarung finden, während andere Schnecken sich wiederum mit anderen Artgenossen befassen.
Da die Landschnecken Zwitter sind, sprich beide Geschlechtsmerkmale besitzen, kann jede einzelne Schnecke Eier legen. Die Geschlechtsöffnungen liegen bei den Achatinas, wie auch bei Archachatina Arten ca. 1 cm hinter dem rechten Fühlerpaar am Kopf. Dort sieht man bei der Geschlechtsreife erstmalig einen wenige mm großen, weißen Punkt. Dort kann jede Schnecke ihr Geschlechtsorgan herausfahren. 
Je Nach Art werden Achatschnecken mit zwischen 5 und 22 Monaten geschlechtsreif.

 Meistens kann man die Geschlechtsreife auch am Gewicht erkennen. Im Normalfall sind z.B. Achatina fulica mit ca. 70 Gramm soweit, ihr erstes Gelege zu produzieren.

Archachatina Arten sind dagegen Spätentwickler und brauchen meist zwischen 9 und 22 Monaten, bis sie zur ersten Paarung kommen. 
Nach der Paarung dauert es einige Tage, bis die Eier im Körper soweit entwickelt sind, damit sie gelegt werden können. Das Elterntier gräbt sich dann in den Bodengrund ein und verbleibt dort , bis alle Eier abgelegt sind.

Junge, unerfahrene Schnecken legen ihre Eier auch schon mal auch einzeln auf dem Boden ab.

Die Gelege bei Achatina Arten können hunderte von Eiern enthalten. Der Durchschnitt der Gelegegröße bei Lissachatina fulica oder reticulata liegt bei ungefähr 100 bis 150 , dies variiert natürlich.
Es können aber durchaus bis zu 300 Eiern gelegt werden.
Die Eier sind dann weiß bis gelblich, rund bis oval und ca. 4 bis 5 mm groß.

Archachatina Arten legen bedeutend weniger Eier, meist zwischen 3 bis 11 Stück, die je nach Art zwischen 1 und 2 cm groß sind, aussehend wie Wachteleier, quitschgelb bis weiß.


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Eier von meinen Archachatina marginata ovum Wildfängen

Und da gelangen wir zum Thema - was tun mit den Eiern?

Es ist natürlich ein tolles Erlebnis zu sehen, wie bei der Lissachatina fulica z.B. nach einer Entwicklungsphase von 1 bis 3 Wochen, abhängig von Temperatur und Feuchtigkeit, plötzlich kleine, etwa 3 bis 4 mm große Minischnecken aus der Erde kriechen,  sofort anfangen zu fressen und wie die Riesen - Eltern umherwandern.

Archachatina Arten schlüpfen meist nach genau 4 Wochen, sind dann natürlich der Eigröße entsprechend schon um einiges größer und fangen sofort an, viel Sepia und Kalk zu fressen, um ihr Gehäuse zu stärken.

Trotz der tollen Erfahrung sollte man bedenken, dass die geschlüpften Schnecken teilweise je nach Art in großer Anzahl aufwachsen, größer werden und dann vermittelt werden müssen.

 

Ungewollter Nachwuchs:
Wenn man keinen Nachwuchs aufziehen möchte, ist es sehr wichtig, das Terrarium wöchentlich nach Gelegen abzusuchen. Der Bodengrund wird dabei vorsichtig durchsucht.
Die gefundenen Eier solltet ihr in einem Tütchen oder in einer kleinen Tupperdose für mindestens 24 Stunden in ein Gefrierfach legen, dann sind die Eier abgetötet.
Somit tragt ihr dazu bei, eine unkontrollierte Vermehrung auszuschließen. Sollte doch mal ein Gelege unentdeckt bleiben und schlüpfen, muss euch auch da bewusst sein, dass ihr auch die kleinen Schnecken einfrieren solltet, wenn ihr sie nicht aufziehen möchtet.

Vor der Anschaffung der Achatschnecken sollte dem Halter bewusst sein, dass dieser Vorgang sehr oft vorkommen wird.
Auch dieses heikle Thema wird in Foren heiß diskutiert.
Ich habe schon lesen müssen, dass Pfleger ihre Schnecken einfach in Einzelhaft gesetzt haben, um eine Vermehrung ganz simpel auszuschließen, da diejenigen es angeblich nicht über das Herz bringen konnten, die Eier einzufrieren.
Dies ist in meinen Augen eine absolute Quälerei für das einzelne Tier, welches unbedingt den Kontakt zu anderen Artgenossen haben sollte. Die Schnecken haben das Recht, sich gegenseitig zu pflegen, miteinander zu fressen und auch, sich zu verpaaren.
Wem dies seiner Meinung nach nicht recht ist, aus persönlichen und moralischen Gründen davon absieht, Eier oder Jungtiere ordnungsgemäß einzufrieren und deshalb eine Einzelhaltung einer schönen Schnecke vorzieht, hat in meinen Augen die Lebensbedingungen und das Verhalten der Achatschnecken nicht verstanden und sollte allgemein von einer Haltung dieser Tiere absehen.


Dies ist meine persönliche Meinung und trifft auch sicherlich hier bei einigen Lesern auf Widerstand.

Andererseits werde ich regelmäßig angeschrieben, ich möge doch bitte nicht mehr gewollte Gruppen von 40 Tieren und mehr aufnehmen, weil die Halter die absolut unnötige Vermehrung nicht verhindert haben und ihnen der Bestand nun über den Kopf gewachsen ist. Das ist unverantwortlich und in meinen Augen nicht nachvollziehbar. Die Tiere müssen darunter leiden, da so keine artgerechte Haltung mehr möglich ist. Dabei muss auch bewusst sein, dass ich mit Sicherheit keine 40 Achatschnecken aufnehmen kann. Keine Privatperson kann einen solchen Platzbedarf eben mal so decken, außer jemand verwendet die Schnecken als Futtertiere.

Zudem sind sie dabei meist in einem grottenschlechten Zustand, sehr schlecht gewachsen, weil sie oft nicht einmal artgerecht, also mit entsprechender Heizung usw. gehalten werden. Leider bekomme ich gerade von Kindergärten solche Anfragen, bei denen ich eigentlich annehme, dass dort mit einer Vorbildfunktion die artgerechte Haltung vorgelebt werden sollte.

 

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Das Gelege einer einzigen Achatina fulica. Hierbei wird ersichtlich, wie viele Schnecken aus einem Nest schlüpfen können.

Die Aufzucht von Achatschnecken

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Archachatina marginata ovum Albinos

Möchtet ihr trotzdem gerne das ein oder andere Mal ein paar Eier schlüpfen lassen und die Zwerge groß ziehen, ist dies kein großes Problem.
Nehmt euch eine kleine Heimchendose oder eine Aufzuchtsbox und legt ein paar einzelne Eier aus einem Gelege in etwas Erde aus dem Terrarium und achtet nur darauf, dass der Bodengrund nicht zu sehr austrocknet.Hier sollte die Luftfeuchtigkeit bei ca. 90 % liegen.

Nehmt immer die größten und wohl geformten Eier, um die Chance zu erhöhen, auch gute Jungtiere heran zu ziehen.

Die Heimchendose kann in das Terrarium der Elterntiere gestellt werden, damit die Eier und die später schlüpfenden Babys die gleichen Bedingungen, wie bei der Eiablage vorfinden. 
Nach der Art entsprechend nach zwischen 1 und 4 Wochen seht ihr plötzlich die ersten Fühler und Augen, die sich aus der Erde strecken.

Die Miniatur Schnecken sind geschlüpft und graben sich selbstständig aus. Nach einer kleinen Erholungsphase gehen sie wie auch die ganz großen sofort auf die Nahrungssuche und dürfen alles fressen, was auch die Alttiere auf dem Speiseplan finden.
Wichtig ist auch hier die Gabe von genügend Sepiaschale zum guten Aufbau ihres Häuschens. Jeden Tag etwas frischer Salat, Zucchini und z.B. Süßkartoffel, die mit etwas Wasser bespritzt sind, ermöglicht den Babys genug Flüssigkeit zu sich zu nehmen, ohne Gefahr zu laufen, in einem Gefäß zu ertrinken.

Später kann eine Minischale mit ein paar ml Wasser aufgestellt werden, wenn die kleinen etwas gewachsen sind. Bitte achtet darauf, dass das Wasser nicht höher als die Schnecken selber groß sind in der Schale steht, sonst ist die Gefahr des Ertrinkens groß. Gerade frisch geschlüpfte Lissachatina fulica oder reticulata sind so klein, dass sie selbst aus einem größeren Wassertropfen nicht immer schnell genug entweichen können und ertrinken darin. Daher reicht die Zucchini und ein Stück Salat in den ersten Tagen vollkommen aus. Archachatina Arten hingegen dürfen von Anfang an eine Minischale mit in die Aufzuchtbox bekommen mit etwas Wasser. Sie sind meist schon von Anfang an so groß, dass die Gefahr zu ertrinken gering ist.

Gut ist auch, die Tiere in nassem Moos zu halten, dieses bietet immer genug Feuchtigkeit.

 

Die Erde in der Heimchendose sollte regelmäßig gewechselt werden. Hier auch immer auf die Gabe von genügend Sepia achten. Für die Babys mische ich den Humus oder die Erde mit 3 Teilen Erde zu einem Teil Gartenkalk. Diese sollte so feucht gehalten werden, dass man etwas Wasser aus der Erde herausdrücken kann in der Hand.
Einmal geschlüpft, wachsen die kleinen Zwerge sehr schnell.

Dementsprechend sollte man die kleinen Schnecken der Größe entsprechend in ein größeres Aufzuchtgefäß umsiedeln.

Innerhalb von einem Monat haben sie ihre Größe mehr als verdoppelt.
Dann wird es nochmal spannend.
Wenn verschieden farbige Elterntiere in Frage kommen, ist es immer sehr interessant, welche Farbvarianten bei dem Nachwuchs entstehen.
Dies kann man bei der Art Lissachatina fulica erst ab einer gewissen Größe von meistens etwa 2 bis 3 cm sehen. Dieses Thema wird von mir im Steckbrief der Lissachatina fulica ausführlich beschrieben, da sich oft die Geister scheiden, wenn es um die erste Bestimmung von einzelnen Zuchtvarianten geht.

Archachatina Arten und ihre vielen Farbvarianten sind meist von Geburt an sehr gut zu erkennen. Bei ihnen verändert sich im Laufe der Entwicklung meist nur die intensive Farbe von Gehäuse und Körper, die im Alter immer kräftiger werden.


Nun sind eure Babys kräftig gewachsen, fressen fleißig und haben eine Größe von ca. 6 cm erreicht, dann dürfen die kleinen Racker in das Becken der Elterntiere einziehen.
Natürlich dürften die kleinen Achatschnecken auch schon im Babyalter zusammen mit den großen Schnecken leben, da Großtiere keine Gefahr für die Zwerge darstellen. In einem größeren Terrarium ist es aber durchaus möglich, dass sich die Minis auf der Suche nach Futter und Wasser auf dem langen Weg verlaufen, zu schwach werden und womöglich sterben. In einer kleinen Aufzuchtsbox ist die Nahrungsaufnahme garantiert, und die Neulinge können regelmäßig kontrolliert und vor allem gefunden werden.
Ich selber bin bei der Aufzucht,  je nach Größe der Jungtiere komplett auf Aufzuchtboxen umgestiegen, da die kleinen sich darin optimal und makellos entwickeln. Die Boxen sind einfach in der Handhabung und gut zu reinigen.

Eine Box mit den Maßen von ca. 15 auf 20 cm mit abnehmbarem Deckel reicht völlig aus, um 5 bis 6 Tiere in den ersten Wochen groß zu ziehen.

In den ersten 2 Wochen reicht aber eine Heimchendose als Aufzuchtsmöglichkeit.


Warum werden Schnecken selektiert ?

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Hier seht ihr einige Schnecken in verschiedenen Größen, die aber von einem einzigen Gelege kommen.

Es gibt verschiedene Gründe dafür, dass die Jungtiere unterschiedlich aufwachsen.

Einer ist natürlich der, dass die eine Schnecke von Anfang an schneller und agiler ist und schneller ans Futter kommt, als andere. 

Ein Grund können Wachstumsfehler sein, die dazu führen, dass sich die hier zu sehenden Lissachatina fulicas nicht so schnell und gut entwickeln, wie ihre Geschwister.

Da junge Schnecken sehr empfindlich gegenüber Temperatur -, und Feuchtigkeitsschwankungen sind, kann es auch deswegen bei einigen Tieren des selben Geleges zu Unterschieden kommen, wenn sie mal umziehen oder zu kühl und zu trocken gehalten werden.

Genetik, also die natürliche Auslese spielt aber eine sehr große Rolle. Auch in der Natur überleben nur die, die am schnellsten groß werden. Da wir auf Schönheit des Hauses und natürlich auf die Endgröße das größte Augenmerk gelegt haben, dürfen auch hier nur die schönsten und größten weiter gegeben werden.

 

Einen Unterschied gibt es von Anfang an oft bei den Albino - Formen der Achatschnecken.

Es wird oft davon berichtet, dass Albinos, wie die White Jade und Vollalbinos sehr viel langsamer, als ihre gleichaltrigen Geschwister der wilden Formen heranwachsen.

Ich persönlich sehe, dass gerade Albinoformen gerne eine noch höhere Temperatur brauchen, um sich optimal zu entwickeln, als wildfarbene Tiere der gleichen Art.

 

Um zu vermeiden, dass schlecht wachsenden Schneckis in den Umlauf kommen, sollte der Halter, sofern er die Tiere später abgeben möchte, diese "Zwerge" ausselektieren.

Natürlich hört sich das in erster Linie grausam an, aber so erhält man eine schöne Auslese an Achatschnecken, die später korrekt heranwachsen, keine Fehler haben und dem nächsten Halter viel Freude bringen. 

 

Solltet ihr selber mal Nachwuchs haben, der sich nicht gut entwickelt, ist es natürlich euch überlassen, ob ihr diese Zwerge aufziehen möchtet, solange ihr sie nicht weiter gebt, oder damit weiteren Nachwuchs zeugt.

Es ist dazu aber zu sagen, dass es nicht immer etwas bringt, die "Kümmerlinge" bis zur Verzweiflung am Leben zu erhalten. Oft sitzen diese Tiere nur in einer Ecke oder an der Scheibe, fressen kaum, es bildet sich auch kein Wachstumsrand mehr. Die kleinen müssen dann mehrmals auf das Futter gesetzt werden, damit sie überhaupt etwas fressen.

Meist sterben solche Schneckis dann doch verfrüht. Dies würden die kleinen in der Natur auch nicht überleben, da ist es die natürliche Selektion, die dieses Problem regelt.

 

Daher ist frühes Selektieren sehr wichtig, um starke von schwachen Schnecken zu trennen. In der Natur übernimmt das der Lauf der Dinge. Schwache und zu kleine Achatschnecken gehen ein, werden gefressen oder bleiben einfach auf der Strecke. Im Terrarium werden solche Sorgenkinder oft mühsam bis zum Ende gepflegt.

Das Problem liegt später oft darin, dass diese Tiere einen gestörten Stoffwechsel haben, das Haus wächst im Gegensatz zum Körper nicht mehr und irgendwann kommt es oft zu einem Mantelkollaps, da die Schnecke einfach nicht mehr in ihr Haus passt. Dies geschieht oft in einem Alter von 1 bis 1,5 Jahren, wenn sie es solange überleben.

Leider bekomme ich häufige Anfragen, was man tun kann, wenn diese Tiere nicht wachsen und sogar krüppelige Häuschen bilden.

Ich kann dabei nicht immer eine positive Nachricht überbringen.

 

Wenn Schnecken sich liebhaben

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Wie schon oft erwähnt, sind Achatschnecken sehr gesellige und soziale Tiere. Oft treffen sie sich im Terrarium und fangen an, sich gegenseitig zu putzen, wie auf dem Foto zu sehen ist. Dieses "Nackenkraulen" ist unter anderem eine Vorstufe der bevorstehenden Paarung. Die Tiere beknabbern den Körper und den Rand des Schneckenhauses des ausgesuchten Partners. Nach einem längeren "Vorspiel" kommt es zur Paarung.

Es ist aber nicht immer nur Balzverhalten. Dieses gegenseitige Putzen und Liebhaben steigert den sozialen Zusammenhalt der Schneckengruppe. Hier sieht man auch wieder, dass diese Tiere den Kontakt suchen und brauchen. Eine Einzelhaltung ist daher Quälerei und nicht artgerecht.

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Bei der Balz erkennt man die rechts neben dem Kopf liegenden Erhebungen, unter denen die Geschlechtsorgane der Schnecken sitzen, die bei der Paarung herausgefahren werden.

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Lissachatina fulica Rodatzii bei der Paarung

Hier erkennt ihr 2 Fulicas der Farbe Rodatzii bei der Paarung. Diese kann durchaus einige Stunden dauern.