Tina´s Achatschnecken


Die Haltung der Achatschnecken

Der richtige Bodengrund

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Der Bodengrund - der Lebensraum, indem sich eure Schnecken einen großen Teil ihres Lebens aufhalten, daher sollten ein paar Dinge beachtet werden, die ich euch hier erläutern werde.

 

Wie hoch sollte die Erde im Terrarium eigentlich sein?

Je nachdem, welche Schneckenarten ihr pflegen möchtet, gibt es eine kleine Richtlinie, nach der man sein Terrarium einrichten kann.

Pro cm Gehäuselänge der Schnecke sollte man auch mindestens 1 bis 2 cm Erde einfüllen.

Habt ihr Schnecken mit einer Länge von ca. 10 cm, sollte auch die Höhe der Erde wenigstens an einer Stelle ca. 15 cm betragen.

Ansonsten ist es je nachdem, welche Landschaft ihr für eure Schleimer baut, auch nicht schlimm, wenn einzelne Stellen weniger cm aufweisen.

Hier geht es darum, dass Achatschnecken ihre Ruhe gerne komplett vergraben verbringen. Wenn die Erde nur 5 cm Höhe im gesamten Becken hat, können sich die Tiere nicht artgerecht zurückziehen. Dies gilt auch für die Eiablage.

 


Welcher Bodengrund kommt in Frage und                                                  warum wird er aufgekalkt?

Der Bodengrund sollte entweder aus ungedüngter Blumenerde, aus Humus, Komposterde, Schildkrötenerde oder fertiger Terrarienerde bestehen.

Je nach Vorliebe der einzelnen Arten bevorzugen einige auch etwas lehmigen Boden, andere einen Waldboden mit Blättern und Moos.

Da schon oft davon berichtet wurde, dass Schnecken Probleme bei der Verdauung von Kokosfasern im Humus bekamen, wenn sie ihn gefressen haben, achtet immer darauf, dass der Humus fein zersetzt ist.

Meistens machen die reinen Fasern der Kokosnuss Probleme, die die Achatschnecken im Ganzen fressen. Feiner Humus hingegen wird meist sehr gut vertragen.

Die Unverträglichkeit kann vorkommen, aber viele berichten auch von problemloser, jahrelangen Haltung auf Kokosfasern. Warum verschiedene Tiere empfindlich darauf reagieren und andere dagegen nicht, ist nicht wirklich erforscht.

Fest steht auf jeden Fall, dass Kokosfasern sehr schwer verdaulich sind, ewig haltbar sind und sich sehr schwer zersetzen. Daher werden sie gerne zur Herstellung von Möbeln, Fußmatten und vielen anderen Dingen genutzt.

Ich selber musste aber auch schon Qualitätsunterschiede der einzelnen Hersteller entdecken.

So wuchsen Schnecken auf dem einen Humus nicht mehr und bildeten plötzlich rillenförmige Wachstumsränder, was auf Säure schließen lässt, die in den Humusziegeln enthalten sein musste.

Offensichtlich gleich aussehende Ziegel einer anderen Firma brachten diese Probleme nicht.

Daher nehmt besser keine No Name Ziegel, die lediglich zur Haltung von Pflanzen ausgezeichnet wurden, sondern kauft Ziegel, die auch tatsächlich für die Haltung von Reptilien usw ausgezeichnet wurden.

 

Einige Halter verwenden als Bodengrund auch Seramis, allerdings kann ich dazu nichts berichten, da ich dieses Substrat noch nie genutzt habe.


Achtet unbedingt auf die Reinheit des Bodengrundes, da enthaltener, künstlicher Dünger nicht einfach abgebaut wird und sehr schädlich für eure Schnecken ist.

Ich werde sehr oft gefragt, ob man Blumenerde als Bodengrund verwenden kann.

Dazu muss ich sagen - wenn ihr nicht sicher seid, was in der Erde enthalten ist, egal woher sie kommt, dann seht davon ab, sie ins Terrarium einzubringen. 

Auch ich kann aus der Ferne nicht sagen, welche Erde ihr gefunden habt. Allgemein kann man sagen, dass gängige Blumenerde - Sorten bis auf einzelne Ausnahmen alle gedüngt sind.

Auch die sogenannte Bioerde ist mit organischem Dünger, wie Vogelkot versetzt. Diese würde ich persönlich nicht verwenden, da in dem versetzten Vogelkot eventuelle Parasiten, wie Nematoden enthalten sein könnten.

Leider kam es auch schon vor, dass nicht gut kompostierte Erde anfing zu gären, so dass junge Schnecken in Aufzuchtsboxen an den Gasen verstorben sind.

 

Solltet ihr euch nicht sicher sein, dann kauft euch im Terraristikhandel bitte geeignete Erde.

Dann seid ihr auf der sicheren Seite.

Die Auswahl ist dort groß und auch größere Mengen sind im gut sortierten Handel zu haben.

 

Ich bitte euch, auf gute Erde zu achten. Je mehr Holzstückchen und grobe Fasern zu sehen sind, desto weniger lange wurde die Erde kompostiert, das heißt, sie wird bei Wärme und Feuchtigkeit anfangen zu gären und zu riechen.

Ich persönlich nutze entgegen aller Empfehlungen in Foren und Gruppen seit Jahren den Floratorf von Floragard.

Diese reine Torferde wird überall verteufelt, weil Torf schädlich sei....Dass dies einfach mit der Aufkalkung zu tun hat und wie das funktioniert, erfahrt ihr weiter unten.

 

Behandlung von frischem Bodengrund:

Auch in neuer Erde können schon mal Eier von Trauermücken, verschiedensten Würmern oder ähnlichem Getiers enthalten sein.

Um zu verhindern, dass diese ungebetenen Gäste nach der Neueinrichtung schlüpfen und sich vermehren, gebe ich meine Erde vor Gebrauch für einige Minuten in die Mikrowelle. Auch im Ofen kann die Erde der Hitze bei 180 Grad ausgesetzt werden, dies dauert dort etwas länger und man braucht geeignetes, hitzebeständiges Material, um die Erde im Ofen zu hältern.

Für mich ist die Variante Mikrowelle einfacher, da ich die Erde einfach in einer geeigneten Plastikschüssel für 3 bis 5  Minuten bei 900 Watt hineinstelle.

Aber bitte nicht wundern! Trotz dieser Behandlung werden sich im Laufe der nächsten Wochen solche Tierchen, wie Springschwänze, Enchyträen und Milben einnisten. Dies ist völlig normal für ein Feuchterrarium und diese kleinen Helfer sind auch noch sehr hilfreich als Mini-Aufräumer für Futter-, und Kotreste. Dazu mehr unter Krankheiten und Helfer.

 

Erde aufkalken, ein wichtiges Thema:
Der Bodengrund sollte als Nächstes mit Kalk, in dem Fall mit bis zu 95% igem, kohlensaurem Gartenkalk oder Dolomitkalk angereichert und vermischt werden. Diesen bekommt ihr im Baumarkt. Bitte achtet darauf, dass euch kein einfacher Löschkalk angeboten wird. Dieser ist stark ätzend und für Schnecken absolut ungeeignet, bzw. tödlich.

Diesen erkennt man an der Bezeichnung CaOH2. Zudem ist auch beim Kalk darauf zu achten, dass keinlerlei Dünger enthalten ist.

Meistens sind die kohlensauren Gartenkalke in 20 kg Säcken für wenige Euro erhältlich. Er ist sandförmig in der Konsistenz ähnlich wie Spielsand. Bitte nehmt keinen Kalk, der granulatförmig ist, da dieser sich so gut wie nicht auflöst und für das Terrarium ungeeignet ist.

Manchmal sind auch geringere Prozentangaben des Kalziumgehaltes auf den Säcken angegeben, je nachdem, wo er gekauft wird. Dies ist von Hersteller zu Hersteller verschieden.

Dann sollte man dementsprechend einfach mehr unter die Erde mischen, so dass der pH Wert auf 7-8,5 je nach Schneckenart angeglichen wird.

Wie ihr den pH Wert testet, erfahrt ihr weiter unten.

 

Ich persönlich mische zum Schluss noch viele Laubblätter und einiges an Moos dazu. Die Erde wird von mir richtig damit durchwühlt und dann so im Terrarium verteilt, wie ich sie brauche.

Hinten häufe ich immer einige cm mehr auf, damit sich die Schnecken wirklich zurückziehen und vollkommen eingraben können.

Auch Seemandel-, und Bananenbaumblätter könnt ihr auf die Erde legen, nachdem ihr sie eingeweicht habt. Gerade Bananenblätter dienen als Versteck und auch Nahrung.

Diese könnt ihr auch bei mir zum Selbstkostenpreis erwerben.

 

Moos auf der Oberfläche verteilt speichert super die  Feuchtigkeit und die Schnecken liegen liebend gerne darin. Ich nutze dafür Sphagnum Moos, dieser quillt schön auf, ist sehr weich und auch super zur Aufzucht von Jungtieren geeignet.

 

Vorne am Lüftungsgitter lasst ihr am Besten ca. 2 cm Platz unterhalb des Gitters, wenn ihr Asseln im Terrarium pflegt, so wird ihnen der Weg auf das Gitter erschwert und sie können nicht raus laufen. Diese wandern sonst immer auf den Schiebeleisten herum, wenn die Erde bis zum Rand gefüllt ist. Bleibt die Erde unterhalb des Lüftungsgitters, werden sie meist daran gehindert.


Warum muss der Bodengrund aufgekalkt werden und                                wie wird der pH Wert gemessen?

Erde für Schnecken muss immer aufgekalkt werden. Die hier erhältliche Erde, egal ob Terrarienerde oder auch Gartenerde ist zu sauer.

Die Gabe von Sepiaschalen und / oder Futterkalk hat erst mal nichts mit dem Kalkgehalts der Erde zu tun.

Erde wird aufgekalkt, damit diese durch die enthaltene Säure nicht die Schneckenhäuser eurer Schnecken angreift. Schnecken vergraben sich sehr gerne. Die Erde würde im Urzustand die Wachstumsränder und Gehäusespitzen angreifen. Angegriffene Schneckenhäuser weisen oft rillige und weißliche Ränder auf. Gehäusespitzen sehen aus, als seien sie angefressen. Dann ist es allerdings sehr extrem und die Tiere leben schon lange in saurer Erde.

Sepiaschalen und Futterkalke dienen als Futter zum Aufbau und Erhalt des Hauses.

Der Kalk in der Erde wird nur selten gefressen.

 

Der pH Wert eurer Erde sollte je nach Schneckenart bei 7 bis 8,5 je nach Art liegen.

7 ist der neutrale Bereich, der mindestens erreicht werden muss.

 

Da der pH Wert von fertiger Erde oder Humus meist nur bei 5 oder höchstens 6 liegt, bei Torfgemischen liegt er sogar nur bei 3 bis 4, also im sauren Bereich, sollte man je nach Menge der Erde Kalk hinzu geben, damit der pH Wert später stabil zwischen 7 und 8 im alkalischen Bereich liegt. Je höher er später ist, desto besser ist es für einige Schneckenarten.

Archachatina Arten leben teilweise sogar in Erde mit einem pH Wert von bis zu 8,5.

 

Und nun zu der Erde, die ich nutze. Der Torf, den ich nutze hat einen pH Wert von nur 3 bis 4. Dies bedeutet, dass ich einfach mehr Kalk untermischen muss, um den erforderlichen pH Wert zu erreichen. In meinem Fall sind das ca 4 Liter Kalk auf 10 Liter Erde.
Liegt der Ausgangswert eurer Erde höher oder niedriger, braucht ihr weniger oder mehr Kalk.

Das ist eigentlich alles, was ihr beachten müsst.

Ich fahre seit Jahren so gut mit dieser Torf-Erde. Mein Nachwuchs wächst makellos, die Erde fängt nicht nach kurzer Zeit an zu verschlammen. Es kommt also immer auf die endgültige Verarbeitung an, nicht auf das, was in Foren verteufelt wird!

Damit ihr wisst, ob euer Substrat schneckengeeignet ist, könnt ihr in jeder Gartenabteilung oder in der Aquaristik nach pH Tests fragen, diese werden günstig angeboten und sind einfach in der Anwendung.

 

Wie funktioniert ein pH Test?

 

Was brauche ich?

1 Teststreifen mit abzulesender Skala

1 Becher

Etwas destilliertes Wasser

Oder- einen ph-Meter, der per Batterie und Sonde misst. 

 

Das Thema hört sich sehr kompliziert an, ist es aber nicht.

Ihr braucht lediglich wie oben beschrieben einen Test, am Besten in Form von Streifen, die sind am einfachsten in der Anwendung.

Ich nehme meine immer im Aquaristikhandel, auf denen auch weitere Werte getestet werden können, die durchaus hilfreich sind.

Um die frisch gekaufte, unbehandelte Erde zu testen, nehmt einen kleinen Becher, legt einen Teelöffel voll Erde hinein.

Schüttet nun eine kleine Menge destilliertes Wasser hinein. Bitte kein Leitungswasser, dies verfälscht den Wert.

Dann rührt das Gemisch um, bis die Flüssigkeit schön braun ist.

Haltet den Teststreifen nur für einen kurzen Moment komplett hinein, damit alle Werte nass sind.

Schüttelt den Rest Wasser vom Streifen ab und lest nach ein paar Sekunden den Wert ab.

So erhaltet ihr den Ausgangswert eurer gekauften Erde.

Mit einem ph-Meter ist das Messen natürlich einfacher. Ein gutes Gerät misst per Sonde, die in den Boden gesteckt wird, zuverlässig. 

Wenn die Erde z.B. einen pH Wert von 6 hat, mischt ca. 2 bis 3 Liter Gartenkalk auf 10 Liter Erde gut unter. 

Danach eine weitere Messung durchführen, um zu kontrollieren, ob der notwendige Wert erreicht ist.

Bitte beachtet aber, dass der Kalk einige Zeit braucht, um sich zu lösen. Das bedeutet, dass der Wert nicht sofort nach dem Mischen angezeigt wird. Am Besten ist es, die feuchte, gemischte Erde über Nacht oder gar 2 Tage im Terra reifen zu lassen.

Danach kann der Wert ermittelt werden. Sollte noch etwas Kalk fehlen, mischt ihn einfach nochmals unter. Für spätere Wechsel der Erde könnt ihr euch die erforderliche Menge merken, dann müsst ihr nicht jedes Mal so genau messen.

 

Bei einer Mindesthöhe des Bodengrundes von ca. 10 cm und mehr können sich auch erwachsene Tiere komplett eingraben, was sie sehr gerne tun, sei es um zu Ruhen, oder um Eier abzulegen.

Diese Höhe variiert natürlich, je nach Art und Größe der Schnecken.
In der kalkhaltigen Erde finden die Achatschnecken unter den Mineralien einen Teil des benötigten Kalks, um ein stabiles und gesundes Schneckenhaus zu bilden.

Allerdings darf dieser Gartenkalk nicht mit Futterkalk verwechselt werden, dieser wird ganz anders hergestellt, bzw. gewonnen und ist sehr fein, ähnlich wie Mehl.

Gartenkalk ist ausschließlich dazu geeignet, die Erde für die Schnecken lebenswert zu machen.

 

Wie schon im Bereich Wissenswertes erklärt, leben unsere Arten der verschiedenen Achatschnecken niemals in humusreichen Bodengründen.

Humus oder gar Torf ist absolute Mangelware in Afrika.

Die sehr verwitterte Erde dort weist kaum Spuren von Nährstoffen auf, die z.B. von Pflanzen benötigt werden.

Der sand-, bis lehmartige Grund ist sehr kalk-, und tonhaltig mit einem pH Wert von bis zu 8,5, je nach Gebiet, in dem die Schnecken leben.

Da dieser Boden oft mit viel Eisenoxid versetzt ist, zeigt er eine rötliche Färbung.

Kieselsäure und Kaolinit, sind dort in Tonverlagerungen zu finden.


Gebt in die frische Erde gerne einige  Asseln hinzu. Diese leben als kleine Untermieter friedlich neben den Schnecken und erledigen die Arbeit als Gesundheitspolizei.
In die Erde abgegebene Kot -, oder Futterreste werden von ihnen zum größten Teil verwertet. Somit wird die Entstehung von Krankheitskeimen und Schimmelbildung verhindert.

 

Andere Untermieter, wie z.B. Springschwänze oder weiße Milben, genau wie Enchyträen entwickeln sich von selber in jedem Feuchtterrarium und leben genau wie die Asseln als treue Mitarbeiter in der Müllverwertung in Kolonien. Auch diese kleinen Tierchen kümmern sich ohne Unterlass um Kot-, und Futterreste.

 


Feuchtigkeit der ERde

In der Rubrik Temperatur und Feuchtigkeit erkläre ich euch, wie euer Terrarium ein gesundes Klima aufbaut.

Dazu muss erst einmal euer Bodengrund eine gewisse Grundfeuchtigkeit enthalten, damit dieser auch Feuchtigkeit an die Luft im Terra abgeben kann. Ist er zu trocken, wird auch das Klima im Becken nicht stimmen. Schaut einfach im Thema Luftfeuchtigkeit, dort erfahrt ihr alles Nötige für den gesunden Aufbau der Parameter.

Zu beachten sind dabei natürlich auch die Vorlieben der einzelnen Schneckenarten. Einige lieben eine kleine, sehr nasse Ecke im Terrarium, andere mögen feuchte, aber nicht zu nasse Erde.

Allgemein lieben es meine Archachatina Arten, wenn man die Erde so nass hält, dass man minimal Wasser in der Hand ausdrücken kann. Dann ist sie feucht genug. Auch das Moos und Laub, worunter die Tiere gerne schlafen, darf sehr feucht sein.


Die Reinigung des Terrariums

Achatschnecken werden teilweise sehr groß, fressen Einiges und hinterlassen dementsprechend Kot und Futterreste.
Diese sollten täglich abgesammelt werden.
Einmal bis 2 Mal in der Woche reinige ich die Glasscheiben mit einem Schwamm und klarem Wasser. Hartnäckige, eingetrocknete Kotreste entferne ich ganz einfach mit einer Klinge. Das mache ich entweder mit einem Scheibenreiniger aus dem Aquaristikbedarf oder mit einem Cerankochfeldreiniger, welcher sich sehr gut bewährt hat. Mit der Klinge dieser Geräte lassen sich feste Kotreste ablösen und anschließend mit einem nassen Schwamm ganz einfach wegwischen.
Selbstverständlich sind Wasser -, und Futterschalen täglich zu reinigen und neu zu befüllen.

Bitte nutzt dabei niemals ätzende Reinigungsmittel, Scheuermittel oder ähnliches. In einem Schneckenterrarium sollte nur warmes Wasser zur Reinigung gebraucht werden!

 

Bleibt Futter längere Zeit in der Schale liegen, können Schimmel und Fäulnisbakterien auf die Erde und auch auf die Schnecken über gehen .

In der Wasserschale sollte aus dem selben Grund täglich frisches Wasser angeboten werden. Durch das warme Milieu im Terrarium wachsen im Wasser bevorzugt einige Bakterienstämme, die durchaus krankheitserregend sein können.

 

Schnecken und Urlaub?

Dies beantwortet eigentlich auch schon die nächste Frage, die ich oft gestellt bekomme....

Wie lange kann ich meine Schnecken alleine lassen?

Es sollte logisch und selbstverständlich sein, dass, wenn ich mir Haustiere anschaffe, ich diese nicht einfach mal eine Woche alleine lassen kann. Leider werde ich das oft genug gefragt.

Obwohl man bei Beobachtung der Futterreste selber ausrechnen kann, wie lange Obst und Gemüse braucht, um in einem warmen Terrarium zu faulen.

Auch die Wasserschalen können durch Kot verdrecken, oder sie werden durch die Schnecken umgekippt. Die Technik kann ausfallen und schon sitzen die Tiere im Kalten.

Wenn ihr in Urlaub fahren wollt, klärt von Anfang an ab, wer wenigstens alle 2 Tage eure Schleimer versorgt. Nicht jeder möchte sich mit sichtlich schleimigen Tieren abgeben, daher solltet ihr eine verlässliche Person finden, die diese Aufgabe ohne Ekel, aber verlässlich erledigt.

Auch Schnecken verlangen Verantwortung von ihrem Halter und ich finde schon die Anfrage - Wie lange kann ich Gurke und Salat im Terrarium liegen lassen?- sehr eindeutig.

Bitte seid euch der Aufgabe bewusst, dass man die Tiere nicht einfach 4 Tage lang mit einem Haufen Salat im Becken alleine sitzen lassen kann.

 

Nun weiter mit den Reinigungsarbeiten....

Ich erledige dies gerne gegen Abend, da die Achatschnecken als nachtaktive und dämmerungsaktive Tiere dann gegen Abend ein frisch hergerichtetes Buffet vorfinden.

Außerdem störe ich die Kriecher dann nicht mehr bei der Tagesruhe, da sie eh abends langsam aktiv werden und ich sie gleichzeitig dabei beobachten kann.
Die Erde wechsle ich nach einiger Zeit aus, allerdings nur zum Teil, damit meine Gesundheitspolizei, die Asseln nicht komplett mit entsorgt werden. Dabei wird der Bodengrund auch hier nach Eiern abgesucht und erst dann in der Biotonne oder auf dem Kompost entsorgt.
Wann ich die Erde austausche, liegt jeweils am Besatz und an der Größe der Terrarien und Tiere.

Allgemein kann man natürlich sagen, dass wenn die Erde matschig wird, oder eventuelle Springschwänze oder andere kleine Bewohner überhand nehmen, die ganz natürlich in jedem Feuchtterrarium vorkommen, sollte die Erde auf jeden Fall entsorgt werden.

Wann dies soweit ist, muss jeder Halter selber anhand vom Besatz und Zustand der Erde bestimmen, da gibt es keine Regel. Einfach die Terrarien nach 4 Wochen leer zu machen, ist nicht immer nötig und stört auch das Gleichgewicht im Becken.

 

Wie könnt ihr genau ermitteln, wann Erde ausgetauscht werden muss?

 

Es gibt eine einfache Möglichkeit zu erkennen, wann ihr die Erde austauschen solltet.

Wenn ihr, wie ich oben beschrieben habe, einen Test aus dem Aquaristikhandel erworben habt, um den pH Wert zu ermitteln, seht ihr, dass auf dem Teststreifen der sogenannte Nitratwert (NO3) getestet werden kann.

Dieser ist einfach erklärt dazu da, um einen Überschuss an Bakterien und umsetzender Stoffe nachzuweisen.

Erde sollte im Urzustand einen Nitratwert von 0 bis höchstens 50 haben.

Wenn ihr den Test nun benutzt, wie oben beschrieben, könnt ihr gleichzeitig sehen, wie hoch der Nitratwert ist.

Liegt er noch zwischen 50  und 100, liegt das noch im Normbereich.

Liegt der Wert bei 100 bis 250, was sehr hoch ist, sollte die Erde schnellstmöglich gewechselt werden, da der Anteil von Fäulnisbakterien in der Erde sehr hoch ist.

So wisst ihr, dass ihr die Erde nicht unnötig raus schmeißt.

 

Ein übermäßiges Auswechseln der Erde sollte vermieden werden, da es ganz natürlich ist, dass auch mal Springschwänze, Milben oder auch mal Pilze im Boden vorkommen.

Zudem reagieren viele Schnecken regelrecht beleidigt darauf, wenn die gewohnte Erde gewechselt wird.

Manche, vor allem ältere Schnecken vergraben sich in der ersten Zeit danach vorerst nicht mehr in der neuen Erde, schlafen nur noch auf einem Ast oder an einer Scheibe.

Außerdem ist eine übermäßige Hygiene nicht unbedingt von Nutzen, da auch in einem Terrarium ein biologisches Gleichsystem durch bodenbewohnende Einzeller und weiteren Helfern aufgebaut wird.

Zum Thema Eiablage und die nötige Kontrolle der Erde nach Eiern habe ich in der Rubrik Zucht einiges erläutert.

Achatina fulica Vollalbino und Rodatzii mit Nachwuchs Huckepack. https://www.tinas-achatschnecken.de/
Achatina fulica Vollalbino und Rodatzii mit Nachwuchs Huckepack